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Die Assyrer, die Ägypter, die Perser.
fuhren, beruhte schon an sich vornehmlich auf dichterischer Grundlage, aus denvolkstümlichen historischen Liedern der Mieder und Perser, von denen Xenophon sagt,daß sie noch zu feiner Zeit bei ihnen gesungen wurden." (Erdmannsdörfer: Zeitalterder Novelle in Hellas. Berlin t87«. S. 34.)
Herodots Erzählungen leiden daher sehr unter der „poe-tischen Gerechtigkeit", und, — wenn es sich um den Gegen-satz zwischen Persern und weniger civilisierten Völkerschaftenhandelt, — an einer kleinen, ozon-sehnsüchtigen SchwärmereiL, 1a Tacitus und Rousseau für Naturzustände, — derselben,welche noch heute unseren Knaben die dummen Jndianerge-schichten so lieb macht. Herodot braucht auch, wie Goethe,gern den rhetorischen Kunstgriff der Anticipation, — derknappen, traumartigen Skizzierung dessen, was gleich daraufsich deutlich und in erschütternder Weise ereignen soll.
Ktesias, der unter Artaxerxes Mnemon Leibarzt ampersischen Hofe war und der die Landes - Archive benutzenkonnte, nennt den Herodot einen Märchenerzähler (^o^o7ioto'x),was ihn jedoch selbst nicht hindert, die wunderlichsten Fabelnals Thatsache zu berichten, wie schon Plutarch bemerkt (Arta-xerxes, oap. 1; vergl. auch Plinius H. lR, Buch 7). Diodorhat den Ktesias, wie schon erwähnt, stark benutzt.
Um nur einiges hervorzuheben, leugnet Ktesias die roman-tische Verwandtschaft des Kyros mit dem Astpages. Es istdieser Zug wohl einer Dichtung der Meder entnommen, welchendie persische Herrschaft erträglicher erscheinen mußte, wenn derpersische König von einer medischen Prinzessin abstammte. DerHeld der Novelle ist aber weder Astpages noch Kpros, sondernHarpagos.
„Des Harpagos^Leiden und Thaten bilden den Mittelpunkt der medischen Version,und dieser Harpagos war den Griechen auf der Westküste Kleinasiens nur zu wohlbekannt geworden. Mit ihren warnenden Vorbedeutungen, mit der Aussetzung desKyros führte die medische Version den Herodot auf den ihm vertrauten Bodengriechischer Sagen, denen warnende Orakel, vergebliche Aussetzungen, täuschende Aus-legungen geläufig waren. Endlich entsprach die Vergeltung, welche den Astyages erb-leicht, Herodots sittlicher Anschauung." (Duncker, a. a. O. IV. S. 273.)
Der ausgesetzte Kyros soll von einer Hündin gesäugtworden sein — (der Hund war den Persern ein heiliges