52
Die Assyrer, die Ägypter, die Perser.
Namen Solons ausgerufen und dadurch die Aufmerksamkeitdes Kyros erregt, welcher ihn dann begnadigt hätte. DerLydier Nanthos, welcher etwa 40 Jahre vor Herodot schriebund von diesem, sowie von Diogenes Laörtius und vonNikolaos von Damaskus benutzt wurde, hat nach letzgenanntembei der Geschichte vom Scheiterhaufen vom Solon noch nichtsgewußt. Daß Kyros nie daran habe denken können, den Kroisosverbrennen zu lassen, weil seine Religion ihm die Verunreinigungdes Feuers, des reinen Elements, ausdrücklich verbot, wiev. Hellwald, Kulturgeschichte, 2. Auflage, I. S. 201 meint,ist vielleicht kein stichhaltiger Einwurf, da möglicherweise erstder König Dareios, der Sohn des Hpstaspes, sich zur Feuer-anbetung bekannte (Floigl: „Cyrus und Herodot nach denneugefundenen Keilinschriften", Leipzig 1881, S. 19 gegenDuncker a. a. O. IV. S. 456 Note).
Die Antworten des pythischen Apollon, Kroisos werde,wenn er über den Halps gehe, ein großes Reich zerstören,sowie er werde seine Herrschaft verlieren, wenn ein Maultierüber die Perser herrsche, sind wohl zunächst so gemeint ge-wesen, wie sie jeder verstehen würde. Als sie nachher nichteintrafen, hat Herodot, der auf die Erfüllung der delphischenWeissagungen so erpicht ist, wie die Evangelisten auf die, an-geblich den Messias betreffenden, des alten Testaments, die ersteso gut ausgelegt, als es eben ging, und des Maultiers wegenden Kyros — an die medische Dichtung anknüpfend — zumSohn einer Niederm gemacht, was nicht richtig ist. Das Er-raten der Pythia, was Kroisos zu einer bestimmten Stundethäte, nämlich daß er Schildkröten- und Lammfleisch in einemerzenen Gefäß zusammen koche, ist wohl ganz erfunden, damitdoch wenigstens eine ganz zutreffende Auskunft vorhanden sei.Es ist anderweitig nicht bekannt, daß die Priesterschaft auf der-gleichen frivole Anfragen überhaupt Antwort gab; — oder abersie war zwischen Kroisos und den Priestern verabredet, um dasVolk durch die folgenden Sprüche mehr zu begeistern. Daß