Die Assyrer, die Ägypter, die Perser.
53
Kroisos bei Herodot eigentlich eine sehr drollige Figur ist, hatübrigens schon der Pseudo-Plutarch in der Schrift über dieBöswilligkeit des Herodot, oap. 18, sehr treffend hervorge-hoben.
Nachdem Herodot ferner erzählt'hat, daß die Königin derMassageten, Tomyris, einen Schlauch mit Menschenblut hattefüllen lassen und dann den Kopf des getöteten PerserkönigsKyros in diesen Schlauch steckte, um den König, wie sie ge-droht hatte, „mit Blut zu sättigen", setzt Herodot selbst hinzu:„Von den verschiedenen Erzählungen über das Lebensende desKyros hat diese mir die wahrscheinlichste geschienen". Wohlnur, weil sie, einer poetischen Quelle entstammend, die pikantestewar. Xenophon in seiner „Kyropädie", welche allerdings nurein historischer Roman sein will, läßt den König ruhig in seinemBette sterben; — Ktesias erzählt, Kyros wäre in einer Schlachtvom Elefanten gefallen und drei Tage darauf im Lager ver-schieden.
Seine Berichte über die scheußliche Grausamkeit des Kam-byses (529—522) und über sein Wüten gegen die Religionder Ägypter (Tötung des heiligen Apis) hat Herodot von denägyptischen, durch Religionshaß entstammten Priestern. Die inden Apisgräbern bei Memphis aufgefundenen Inschriften wissennichts davon. (Ranke, Weltgeschichte I., erster Teil S. 130.)Ganz novellenhaft ist auch die Erzählung des Herodot, wie dergefangene König Psammenit beim Anblick seiner Tochter inSklavenkleidern, seines zum Tode geführten Sohnes scheinbarunbewegt bleibt, und erst als sein Freund als Bettler vorüber-geleitet wird, Thränen findet; denn jene Schmerzen wären fürthränen zu groß gewesen. Herodot selbst erzählt, Kambyseswürde wohl dem Psammenit die Verwaltung Ägyptens gelassenhaben, wenn er sich klüger benommen hätte; zu solcher Absichthätte doch vie Hinrichtung des jungen Sohnes nicht gepaßt;Ktesias weiß auch nichts davon.
Die an den falschen Smerdis sich knüpfenden Anekdoten