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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen.

ihnen gebot, den Führer von den Athenern zu empfangen". „Von den Messenierngeschlagen" berichtet Diodor (sxo. Vat. S. 12 ) „schickten sie nach Delphi und fragtenWegendes Krieges. Das Orakel hieß sie von den Athenern einen Anführer holen." BeiJustin us (3, 5) heißt es, daß die Athener den Spartanern zum Höhne einenlahmen Dichter, den Tyrtaios, geschickt hätten, unter dessen Führung die Spartanerin drei Schlachten gescblagen, an den Rand des Abgrunds kamen. Die Königewollten das Heer zurückführen, aber Tyrtaios regte nun durch den Vortrag seinerGedichte, in denen er zur Tapferkeit ermähnte, über die Verluste tröstete und Natfür die Kriegführung gab, die Spartaner zu solchem Mute auf, daß diesen schließlichder Sieg blieb. Bei Pausanias lautet der Spruch des Gottes: den Ratgeber ausAthen herbeizuholen. Als nun die Spartaner um solchen Mann baten, wollten dieAthener weder, daß die Spartaner ohne Gefahr den besten Teil des Peloponneswieder eroberten noch dem Gotte ungehorsam sein. „So kamen sie auf den Ausweg,den Tyrtaios zu schicken, der das Lesen und Schreiben lehrte, sehr wenigVerstand zu haben schien und auf einemFuße lahm war. Dort angelangt sangTyrtaios sowohl den Beamten einzeln als allen, die er zusammenbringen konnte,seine Elegieen und Anapaesten."

Man sieht, wie die Legende vorn lahmen Schulmeister sichallmählich herausbildet und die spätere Spannung zwischenAthen und Sparta auf die frühe Zeit des zweiten MessenischenKrieges (685—668 v. Chr.) übertragen wird. Die Lahmheitsoll ihm von einigen daher zugeschrieben worden sein, weilseine ,Elegieen', von denen noch drei übrig sind, als solcheaus ungleichfüßigen Versen, einem Hexameter und einemPentameter bestanden. In den spartanischen Schullesebüchernist von des Tprtaios, als eines Fremden, Verdiensten so wenigals möglich die Rede gewesen. Die guten Lakedämonier ver-standen sich hierauf gerade so, als, wie wir später sehen werden,die Römer.

„Die Tradition der Spartaner hatte guten Grund zu verhüllen, zu beseitigen.Sie hatte Niederlagen und Partcikämpfc zu verdecken, die Aufrichtung des Staatesdurch einen Fremden zu verschweigen. Sie hat verdeckt und verschwiegen." (DunckerVI. S. 107.)

Den Solon erwähnten wir schon S. 51 nnt Beziehungauf seine angebliche Begegnung mit Kroisos. Hier mag nochdie merkwürdige Thatsache angeführt werden, daß Thukpdidesihn gar nicht nennt. Auch seine Reise zu Amasis, König vonEgypten (Herodot 1. 30), ist eine Erfindung.

„Daß man seine Asche, nachdem er (Solon) verbrannt worden, auf der InselSalamis umher zerstreut habe, ist eine ungereimte Fabel, die durchaus keinen Glaubenverdient, ob sie gleich von angesehenen Schriftstellern, namentlich auch von demPhilosophen Aristoteles, erzählt wird." (Plutarch; Solon, Schluß.)