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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen.

mitgebracht worden war. Timaios behauptet, es hätte nieeinen Stier des Phalaris gegeben; Polybios widerspricht jedochund erzählt, der Stier sei später (406 v. Chr.) mit der Beutevon Akragas nach Karthago gekommen, wozu die Nachrichtbei Diodor (13, 90; — 32, 25) tritt, nach der Einnahme vonKarthago (146 v. Chr.) sei der Stier von den Römern denAkragantinern zurückgegeben worden. Da aber die Karthagerden nämlichen Kultus hatten, kann das auch irgend einanderes greuliches Götzenbild gewesen sein. — Daß die soge-nannten Briefe des Phalaris unecht sind, hat Bentley zuerstnachgewiesen.

Die Vertreibung ihrer Tyrannen, der Pisistratiden,(510 v. Chr.) erzählten die Athener gerne so, als ob dieselbeinfolge der Ermordung des Hipparch durch Harmodios undAristogeiton stattgefunden habe, obgleich der eigentliche Tyrann,Hippias, erst vier Jahre nach der Ermordung des Hipparchund zwar mit Beihülfe der Spartaner, gestürzt wurde (Thuky-dides 1, 20). Ausführlich wird^über diese Vertreibung be-richtet bei Herodot 5, 55 ff. und bei Thukydides 6,54—59. „Was jedoch bei Diodor (oxo. cko virt. S- 557)von der Folterung und Standhaftigkeit des Aristogeiton, beiJustin (2, 9) und Polyainos (1, 22) zu lesen, beruht aufnachträglichen Ausschmückungen". Nirgends findet man aberbei allen diesen ein Wort von der Leaina (— Löwin),welche die Geliebte eines der beiden Verschworenen gewesen seinund sich bei der Folter die Zunge abgebissen haben soll, umdieselben nicht zu verraten; später hätten ihr die Athener einStandbild errichtet, eine Löwin ohne Zunge darstellend (Vergl.Plinius, H. X. XXXIV 8, Pausanias I 23, 2, derjedoch der fehlenden Zunge nicht gedenkt, was auch bei PliniusH. X. 7, 23 nicht geschieht, Plutarch, cko Aarrul. 8.). InWirklichkeit aber war dieses Standbild, welches sich am Ein-gang der Burg befand, nur ein symbolischer Wächter; dieErzählung ist erst dazu erfunden worden, wohl von athenischen