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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen.

Mann zu; ferner ungezählte Weiber und Eunuchen. Einsolches Heer würde von den Thermopylen über den Hellespontnach Sardes gereicht haben. Curtius in seiner „GriechischenGeschichte" hält sich an die Angaben von Ktesias-Diodor undnimmt 800 000 Mann und 80 000 Reiter an; aber auch dasist noch viel zu hoch. Delbrück schließt aus verschiedenen Um-ständen, z. B. aus der Größe des Lagers am Asopus, daßXerxes etwa 65 000—75 000 Krieger und einen Troß von100 000—200 000 Köpfen über den Hellespont geführt habe.Ebenso fabelhaft sind die 300 000 Mann, welche der Kar-thager Hamilkar etwa gleichzeitig in 2000 Galeeren gegendie sizilischen Griechen geführt haben soll; desgleichen die ganzeSchilderung der Schlacht vonHimera, in welcher Gelon,der Tyrann von Syrakus die Karthager besiegte, bei Diodor11, Kap. 20 ff., aus welcher „dem Sprttchwort nach nicht einmalein Bote nach Karthago sich gerettet habe" (Diodor 11, 23).Auch der schöne Zug ist leider erst eine spätere Erfindung,daß Gelon als eine der Friedensbedingungen die Forderungaufgestellt habe, daß die Karthager sich in Zukunft der Men-schenopfer enthalten sollten. Herodot weiß nichts davon, auchnicht Diodor 11, 26; die Angabe findet sich aber bei Plutarch:„Über die späte Vollziehung der göttlichen Strafe, 6" und indessen „Denksprüchen von Königen und Feldherrn".

Wir können uns hier nicht enthalten, nach Wecklein: a.a. O. Band 1 Heft 3, S. 248 f. darauf aufmerksam zumachen, wie Herodot, ähnlich wie Jean Paul, sich hübscheWendungen notiert zu haben scheint, um sie gelegentlich zuverwerten. Nach Aristoteles, Rhetorik I 7 und III 10 undStesimbrotos hat Perikles in einer Rede auf die in einerSchlacht gefallene Jugend geklagt „der Frühling sei ausdemIahre genommen" (Thukydides hat die Rede nicht);die Worte müssen gezündet haben, wie auch auS andern An-zeichen zu schließen ist. Herodot aber (7,162) legt sie demGelon in den Mund, in seiner Antwort an die athenischen