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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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71
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Die Griechen.

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Gesandten, mit Beziehung auf das Fernbleiben seines Heeres,wo sie jedoch so lahm und schielend sind, daß Herodot sich so-gleich genötigt sieht, sie zu erklären. Andere seiner Wen-dungen erinnern an Aischylos.

Ein ganzes Nest von Treppenwitzen der Weltgeschichtesteckt wohl in den Berichten über die Schlacht vonTher-Mopylae (480 v. Chr.). Sie könnte fast, wie sie erzähltwird, mit ihrer engen Scenerie, mit den vielen er-greifenden Stichwörtern auf dem Theater aufgeführt werden;eben deswegen ist es aber sehr unwahrscheinlich, daß sie sichwirklich so eleganter- und dramatischerweise abgespielt habe;auch waren nicht nur 300 Spartaner und 700 Thespier nebst400 Thebanern, sondern, weil auch mit jedem Spartaner seinesieben Heloten mitzogen, noch 2100 Heloten dabei (die An-gaben bei den einzelnen Schriftstellern Herodot (VII 202),Diodor (XI 4), Pausanias (X 20, 1—4) stimmen durchausnicht.) Herodot VII. 226 hat schon das Wort des Dienekes,welcher, als jemand sagte, der Feinde wären so viele, daßihre Pfeile die Sonne verfinstern würden, erwidert habensoll: „Desto besser, so werden wir im Schattenkämpfen." Erst bei späteren aber (Plutarch, LakonischeDenksprüche) findet sich die prächtige „lakonische" Antwort aufbie Aufforderung des Terxes an die Griechen, die Waffen ab-zuliefern: „Komm und hole sie". Auch das Wort desLeonidas „Laßt uns das Frühmahl genießen mit dem Be-wußtsein, daß wir das Abendmahl im Hades halten werden,"sohlt bei Herodot. Etwas ähnliches hat Cicero, Tuscul. I.42; aber Diodor XI 9 erst hat es vollständig. Diodor XI.11 und die Schrift über die Böswilligkeit des Herodot, Kap.32 erzählen das Ende der Schlacht anders als Herodot; da-nach hätten sich die Griechen ins persische Lager gestürzt, denKönig zu töten und wären dabei niedergehauen worden. —Der Verräter Ephialtes ist eigentlich eine ziemlich über-flüssige und nur zur theatralischen Darstellung nötige Persön-