Die Griechen. H7
und für sie Heil nur im Anschluß an das große und monar-chisch regierte Makedonien zu finden war.
Agathokles, —289 v. Chr., der Tyrann vonSyrakus ist nach Schubert (Geschichte des Agathokles; neuuntersucht und nach den Quellen dargestellt; Breslau 1887)wohl nicht, wie doch gewöhnlich dem Diodor 19, 2, demJustinus 22, 1 und dem Plutarch, Denksprüche, nacherzähltwird, eines Töpfers Sohn gewesen; denn dieser Vater —Krakinos mit Namen — war aus der Stadt Rhegion ver-bannt worden, was betreffs eines bloßen Töpfers wohl nichtnötig gewesen wäre; außerdem spricht dagegen, daß sowohlAgathokles, als auch sein älterer Bruder Antandros schonfrühzeitig zu den höchsten Staatsämtern gelangt waren. DieErzählung von seiner Aussetzung als neugeborenes Kindinfolge eines Orakels ist mit geringer Abänderung der Kyros-sage (S. 50 f.) nachgebildet. Ein uns nicht mehr erhaltenerSchriftsteller, den Diodor in seinen Berichten über Agathoklesviel benutzt hat, ist Duris von Samos, der sich der Ab-stammung von Alkibiades rühmte, über dessen Glaubwürdig-keit aber trotzdem der ehrliche Plutarch sehr wegwerfenderweiseurteilt (Perikles 28, Alkibiades 32). Duris (ca. 340 v. Chr.)hatte (Schubert a. a. O. S. 15) eine Schriftund eine andere —oPoxIrov; versaßt
„und hat dabei die scenischen Dichter so lieb gewonnen, daß ersieOch schließlich sogar auch bei der Geschichtsschreibung zum Vorbildenahm. Allem Anscheine nach glaubte er, daß der Geschiäitsschreibcr seine Überlieferungni ähnlicher Weise kunstgerecht umgestalten und bühnenmäßig insccnieren müsse, wieetwa der Tragiker den Mythos. In welcher Weise er bei der Jnscenierung seinerÜberlieferung zu Werke ging, ist mitunter ganz interessant zu beobachten. Vor allenDingen fällt auf, daß er es sich angelegen sein ließ, einzelne in seiner Geschichtser-zählung auftretende Persönlichkeiten auch mit einem der jedesmaligen Situation an-gemessenem Kostüm zu versehen." (Schubert a. a. O.; S. 1 S.) „Mit ganz be-sonderem Eiser ist Duris auch darauf bedacht gewesen, alle diejenigen, welche auf einerFlucht begriffen waren, mit einer besonderen, sie unkenntlich machenden Verkleidungzu versehn" (S. 18). „Eine ganz eigentümliche Marotte des Duris war es fernernoch, daß er sich darin gefiel zu exemplifizieren, wie man im Falle einer Verfolgungdurch Vcrtanschung der Kleider sich selbst das Leben retten und einen andern an seinerStelle könne sterben lassen" (S. 17). — „Nicht weniger als durch seine Schwärmereikür alles Theatralische ist Duris auch dnrch seine Sucht, seine Leser um jeden Preis