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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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88
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M

Die Kriechen.

zu amüsiere», zu manchen Entstellungen des ihm überlieferten Berichts verleitetworden. Vor allen Dingen fällt aus, daß er es nicht verschmäht hat, sich durchLiebesgeschichten interessant zu machen." . . . „Wo es sich um Kriegsgeschichtenund Schlachtbeschreibnngen handelte, wie es in der Geschichte des Agathollcs jagewöhnlich der Fall war, hat Duris wieder neue Mittel anzuwenden verstanden,um seine Leser stets angenehm zu unterhalten und in die sachgemäße Eintönigkeitetwas Abwechselung hinein zu bringen. Bisweilen ließ er Trompeter auftreten, umdas Lärmsignal zu blasen, ro rrn^L^exon,- vergl. Diodor XIX

4,8; 6,5; XX 7,4 und 24,6), wenngleich der Anlaß, bei den, sie es blasen, mitnntcrauch der denkbar unsinnigste ist Am geläufigsten war es ihm aber, lange Kriegslistencinzufälschen; denn dadurch erreichte er, daß der Leser in steter Spannung blieb undan Agathokles selbst unwillkürlich einen persönlichen Anteil nahm. Durch die kurzenFragmente läßt sich über diese Art der Thätigkeit des DnriS nichts beweisen; es wirdsich aber bei unserer Geschichtsbetrachtung herausstellen, daß die Kriegslisten in derRegel nicht im Kopse des Agathokles entstanden sind, sonder» im Kopfe eines Schriftstellers" (S. SO f.).

Agathokles starb wahrscheinlich an einer krebsartigen Krank-heit (Kiefernkrebs); man hat dazu die Geschichte von demvergifteten Zahnstocher erfunden (Diodor 16, 4).

Der König von Makedonien, Philipp (lebte 382—336v. Chr.), der Vater Alexanders des Großen, verlor bei derBelagerung von Methone sein rechtes Auge, welches durcheinen Pfeil getroffen wurde. (Strabon, S. 329.) Lukian,„Wie man Geschichte schreiben muß", nennt den Aster alsden Schützen, der den Pfeil abgeschossen. Suidas berichtetuns, dieser Aster von Amphipolis, ein vortrefflicher Schütze,hatte dem Könige vorher seine Dienste angeboten, da er dieVögel sogar im Fluge treffen könnte. Philipp hätte lachendgeantwortet, er würde sich seiner bedienen, sobald er gegendie Staare zu Felde ziehen werde. Aster, dadurch beleidigt,hätte in Methone Anstellung erhalten und bei der Belagerungmit einem Pfeil, auf den er geschrieben: „dem König Philippin sein rechtes Auge", wirklich das so bezeichnete Ziel ge-troffen. Philipp hätte dann den Pfeil in die Stadt zurück-schießen lassen, nachdem er hinaufgeschrieben: „König Philippwird, wenn er Methone erobert, den Aster hängen lassen";auch hätte der König sein Wort so gut gehalten, wie Aster.Was alles in 1800 Jahren aus der Geschichte von einemverlorenen rechten Auge werden kann, das übrigens nach