Buch 
Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
91
JPEG-Download
 

Die Griechen.

91

mit der Begründung, es zieme sich nicht, wenn eine Gottheitder andern einen Tempel errichte. Diese Antwort ist jeden-falls ein Anachronismus und vielleicht die ganze Anekdotemcht zu halten (Dropsen a. a. O. I. S. 201); ebensowenigdie von Plinius 8. X. XXXV. 10 berichtete: Apelles habein Ephesus für den König dessen Geliebte Pankaste malensollen, sei aber von deren Schönheit so hingerissen worden,daß der König sie ihm geschenkt habe; wohl aber hat Apellesoen König dort selbst für den Tempel gemalt, wie er denBlitz in der Hand hält.

In Gordion befand sich ein Wagen, von dem ein Orakelverkündet hatte, wer ihn frei mache von dem darüber befind-lichen Joche, werde den Erdkreis beherrschen. Aristobulos er-zählte, wie uns Plutarch (Alex. 18) berichtet, Alexander habeaus der Deichsel den Spannnagel an der Spitze herausge-nommen, um welchen der Jochriemen herumgeschlungen warund dann den Wagen ohne Mühe unter dem Joche hervor-gezogen. Viel beliebter aber ist die andere Lesart, welchePlutarch gleichfalls berichtet, wonach sich das Orakel auf dieLösung eines sehr verschlungenen Knotens bezog, den AlexanderMit dem Schwerte durchschlagen; von den Soldatenseines Heeres wurde dieser Bericht als der „schneidigere" demandern natürlich vorgezogen; er kam ihnen eben mehr heim.Bei Diodor wird weder Gordion noch überhaupt ein ähn-liches Ereignis erwähnt. Der Wagen aber ist ein Abbildbes Sonnenwagens und somit ein Symbol der Macht undder Königsherrschaft (Vergl. Bachofen, die Sage von TanaquilS. 21).

Durch ein Bad im Kydnos, einem klaren und hellen Berg-toure, der durch die Stadt Tarsos floß, oder nach andernüberhaupt durch zu große Anstrengungen hatte Alexander sich^ue schwere Krankheit zugezogen, welche sein Arzt Phi-^ppos aus Akarnanien durch Verabreichung eines Trankesheilte. Grade nun, erzählt Plutarch (Alex. 13), als der Arzt