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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Griechen

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was zur Ausführung und Wirkung gelangt ist, fragmentarisch erkennen läßt. Fastnur in dem räumlichen Umfange dieser Geschehnisse geben sie uns ein Maß für dieKraft, die solche Wirkungen erzeugte, für den Willen, der sie leitete, für den Ge-danken, dem sie entsprangen, eine Vorstellung von der Größe Alexanders,"

Mit seinem Tode zerfällt das Reich; keine Persönlichkeitlenkt für lange Zeit so die Augen auf sich als er gethan; der„Treppenwitz der Weltgeschichte" arbeitet schwächer.

Es ist überhaupt keine Persönlichkeit, welche uns zu-nächst fesselt, sondern ein Bauwerk. Der Koloß vonRho-dos, eine Arbeit des Chares von Lindas, Schülers des Ly-sippos, und nach Strabon XIV Z 330 S. 652 eins der siebenWeltwunder, wurde 306 v, Chr. von den Rhodiern nach über-standener Belagerung durch Demetrios Poliorketes errichtetund etwa 223 v. Chr. durch ein Erdbeben umgestürzt, wieuns Polybios V 88 berichtet. Es giebt auch eine Mono-graphie von Lüders: Der Koloß von Rhodos; Hamburg1865. Daß der Koloß jemals mit gespreizten Beinen überdem Eingänge des Hafens gestanden, ist eine ganz neuerlicheFabel. In den etwa 150, nach andern 250 v. Chr. ge-schriebenen Werke des Philon von Byzanz rwv «nr«— über die sieben Weltwunder (herausgeg. 1816Leipzig von I. C. Orelli) steht nichts davon. Die Statuewäre dann auch beim Umfallen ins Wasser gestürzt, währendsowohl Strabon als Plinius (8. X. 34, 7) erzählen, daßihre Trümmer auf der Erde liegen geblieben waren und durchihre Größe Aufsehen erregten.

„Schon vor mehr als hundert Jahren hat der verdiente Archäolog Graf Cahlusden vergeblichen Versuch unternommen, die Sage von dem kolossalen Wasserthor zuRhodus als Fiktion nachzuweisen, — Der Graf zieht dabei mit stattlicher Gelehrsam-keit gegen seine eigenen erfindungsreichen Landsleutc zu Felde, ohne indeß die falscheDuelle der ersten Tradition aufspüren zu können. Da sich im Altertum nirgends eine SpurIMes Mpthus auffinden lasse, so meint er, — wie es scheint ohne Grund, — daßirgend ein älteres Gemälde auf Glas oder eine nach der Einbildung gemachte Zeichnungder Ursprung des Irrtums gewesen sein müsse.

Ein gewisser Bigcndre sei vielleicht der erste gewesen, der sich gelüsten ließ,ihn schriftlich zu fixieren; ihm seien Bergier und Chevreau gefolgt, letzterer mitreni Zusatz, der Koloß habe eine Leuchte in der Hand gehalten; ferner Rollin undw meisten französischen Wörterbücher, selbst das Ktctro»?r«rr»'e eksEine von dem Mpthographen Duchoul angeführte, natürlich ebenfalls erfundenegriechische Handschrift, welche den Koloß auf dreieckiger Basis stehen läßt, giebt ihm

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