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Die Griechen.
stimmung von Zeit und Ort; Theophrast geht noch weiter,indem er sich jene Männer als geschlossenen Verein denkt,welcher, wenn man so sagen darf „ästhetische Thees" ver-anstaltete. Dem Plutarch endlich wird ein Gastmahl dersieben Weisen, das alle ihre überlieferten Aussprüche anbringt,zugeschrieben; das Schriftchen ist aber wohl nicht echt. Wahr-scheinlich aber sind sie überhaupt nie in solcher Weise zu-sammengekommen, weil es Herodot nicht erwähnt.
Die Geschichte vom goldenen Dreifuß ist gleichfallseine Fabel. Zunächst war es wohl nicht ein auf dem Herdezu verwendender, denn dergleichen Gerätschäften wird mandamals ebenso wenig aus Gold angefertigt haben als heute,sondern eher ein goldener Mischkrug mit drei Füßen. Diesergoldene „Dreifuß" nun wäre mit einem Netze aus dem Meereaufgefischt worden, worauf sich ein Streit erhoben hätte, weiner gehöre; die Pythia hätte auf Befragen geantwortet: „demWeisesten!" Darauf hätte man den Dreifuß dem Thalesüberreicht; der hätte ihn aus Bescheidenheit nicht annehmenwollen und einem andern der sieben Weisen zugesandt, welcher,von derselben Gesinnung beseelt, ihn abermals weiter gesandt,so daß er zuletzt in die Hände Solons gelangt, der ihn demApollon selbst als dem Weisesten geweiht hätte. Herodotund Platon kennen die Erzählung noch nicht; wir finden sieerst bei Diodor (in den Fragmenten) und bei Diogenes vonLaörte (Meiners a. a. O. I. S. 129); auch Plutarch erzähltsie im Leben des Solon, Kap. 4.
Über des Thales Zeitgenossen Aesop hat der MönchMaximus Planudes in Konstantinopel (im 14. Jahrhundertn. Chr.) einen Roman „zusammengewürfelt", aus dem diemeisten von den Fabeldichtern erzählten Anekdoten stammen,„welche kaum der Beachtung wert sind". Aesop hat keinenBuckel gehabt; Welcker in seinem Aufsätze „Aesop eine Fabel",Kleine Schriften II. S. 243 hat sogar die Existenz des Aesopganz geleugnet, obwohl ihn Herodot (II. 134) erwähnt. —