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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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103
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Die Griechen.

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Sappho (als historische Person genannt von Herodot II. 135und von Strabon, Buch XIII sS. 617s) hat sich nicht vomLeukadischen Felsen ins Meer gestürzt, um ihrer unerwidertenLiebe zum schönen Jünglinge Phaon willen. Diese und ähn-liche Verleumdungen sind zum großen Teil erst von denmittleren und neueren attischen Komikern ausgegangen. Esgab ein Drama „Phaon" von Platon, dem Komiker und eine„Sappho" von Amphis; serner vier Stücke Namens Sapphovon Ephippos und Antiphanes, Zeitgenossen des Aristotelesund von Timokles und Diphilos aus der „neueren Komödie".(Vergl. A. W. v. Schlegel, über dramatische Kunst und Litte-ratur, Teil I. S. 376 und Welcker, Sappho, Göttingen 1816.)— Von Pythagoras, aus Samos gebürtig (geb. 580v. Chr.), sind durch seine Biographen, die NeuplatonikerPorphprios (ß um 305 n. Chr.) und Jamblichos (um 300)so viele Märchen in Umlauf gesetzt, daß es sich nicht derMühe lohnt, darin aufzuräumen. „Das Fabelhafte undWunderbare", bemerkt Schwegler in seiner Geschichte der grie-chischen Philosophie, „überwiegt in des Pythagoras Leben sosehr, daß man daraus sogar Verdacht gegen seinehistorische Persönlichkeit schöpfen könnte; doch istdiese dadurch sicher gestellt, daß schon Tenophanes und Heraklit,später Herodot seiner Erwähnung thun." Von einer Reisedes Pythagoras nach Ägypten scheint jedoch Herodot nichtszu wissen; sie ist überhaupt sehr ungewiß.

Auch läßt sich nicht nachweisen, daß der sogenannte Py-thagoreische Lehrsatz von Pythagoras herstammt unddaß er nach dieser Entdeckung eine Hekatombe geopfert habe,wie nach Plutarch, Beweis, daß man nach Epikurs Grund-sätzen überhaupt nicht vergnügt leben kann, 11 und nachDiogenes Laörtius VIII. 12 der Rechenmeister Apollodotusoder Apollodorus in Versen berichtet hat. Der erste, der esbehauptet, ist Vitruv (Os arolutsotura IX. praok.),

„schwerlich ein zuverlässiger Zeuge^ von da an verbreitete sich diese Angabe all-