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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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.Die Griechen.

gemeiner, aber immer in Verbindung mit jener bekannten Hekatombe, welche Pythagorasvor Freude über die Entdeckung jenes Lehrsatzes dargebracht haben soll — eine Anek-dote, welche die Glaubwürdigkeit der ganzen Nachricht stark beeinträchtigt. Denn diesOpfer verträgt sich nicht mit dem strengen Verbote alles blutigen Opfers, welches unsaus den pythagoreischen Nitualgesetzen die Schriftsteller derselben Zeit, ja oft dieselbenüberliefert haben, die anderswo von der Hekatombe erzählen. Schon Cicero (vouatura äsoruiu IH. 36) nahm daher an jener Anekdote Anstoß und in der spätestenTradition der Neupythagoriker (Porphyrios, üo v!trr. 36) wird das blutigeOpfer durch das eines aus Mehl geformten Ochsen ersetzt. Proklus, ein einsichtigerSchriftsteller, drückt sich auffallend unbestimmt so aus: „„Wenn wir die, welche alteGeschichten erzählen wollen, hören, so finden wir, daß sie dieses Theorem aufPythagoras zurückführen. Auch ihm war, wie hieraus hervorgeht, keine sichere Quellebekannt."" (Hankcl, Geschichte der Mathematik. Leipzig 1874 p. 97.)

Die Veranlassung zu der Erzählung von der Hekatombehat vielleicht der uns von Diogenes Laörtius übermittelte Be-richt gegeben, Thales, nachdem er den Satz entdeckt, daß derWinkel im Halbkreise immer ein rechter wäre, hätte vor Freudeeinen Stier geopfert. Die jetzt gewöhnlich zum Beweise des„Pythagoreischen" Lehrsatzes benutzte Figur rührt erst vonEukleides von Alexandria her.*)

*) Daß mathematisch,: und andere Sätze und Formeln nicht nach ihrem Ent-decker benannt werden, hat sich auch in späterer Zeit ost ereignet, Von den bekannten„ M ö » d ch c n des Hippokratcs " z. B. gehört ihm nur die eine Konstruktion desMondes über dem Durchmesser; die andere der beiden Monde über den Katheteneines rcchtwinktigen Dreiecks hat ihm Montncla in seiner Geschichte der Mathematikirrtümlicherweise zugeschrieben, während er in seiner Geschichte der Kreisquadraturzweite Auflage, S. 288, richtig bemerkt, das, erst neuere Gcometer diese Konstruktiongegeben hätten (Bretschneidcr, die Geometrie rc. vor EnklideS, S. 124), Ferner rührtdie archimedische Spirale nicht von Archimcdes her, sondern von seinem FreundeKonon, dies!«»lösche (goldene Schnitt-) Reihe nicht von Lamö (171)5—1878), sondernvon Leonardo Mbonacci aus Pisa (ca. 1180—1250), die Cardauischc Formel znrLösung der Gleichung dritten Grades nicht von Cardano (1501—1578), sondern vonTartaglia (1500—1559; dieser fand die Lösung 12. Februar 1535; näheres s. Cautor,Vorlesungen über Geschichte der Mathematik, 2, Band, Leipzig 1892); die „Boni b cllischcLosung" der Gleichung vierten Grades stammt nicht von Bombcllisondern von Ferrari(Bombelli löste dagegen den „irrcducibcln Fall" der Gleichung dritten Grades), dieAuslösung der Pcllschcn Gleichung nicht von Pell, sondern von Bronnckcr und Wallis,der Moivrcschc Lehrsatz (nach Hankel) nicht von Moivrc, sonderil von Eulcr, derMaclanrinschc Lehrsatz von Taylor, das „Ncwtvnsche" AppropimationSverfahrenzur Auslösung numerischer Gleichungen nicht von Newton, sondern von Viötc, dieGanssischen AdditionS- und Snbtraktio nslogarithmcn, nach dessen eigenerAngabe von Lionelli,

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mit den zugehörigen Relationen wird gewöhnlich auch unter Gaus;' Namen ausgc-