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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Rvmcr.

Wie schon aus jenen Worten hervorgeht, sieht Livius dieWundererzählungen für das an, was sie sind; er verhält sichauch immer ablehnend gegen sie; aber er liebt pathetische undrührende Scenen mehr als ein Historiker sollte. Trotzdemhaben seine Berichte, soweit sie reichten, fast allen „Weltge-schichten" als Grundlage gedient und noch heute wird in denSchulen darnach gelehrt, vielleicht weil sein Werk ein richtigesSchullesebuch ist, schon in seiner kindlichen Tendenz die Ge-schichte der Römer so darzustellen, als hätten sie nie einenungerechten Krieg geführt, sich immer nur gegen Angriffe ver-teidigt und dabei so nebenher die Welt erobert — ja selbstmanches, was Livius — ärgerlich über die törichte Leicht-gläubigkeit der Vorfahren nur erwähnt, um es als kindischbei Seite zu schieben, wird beim Schulunterricht wieder zuGnaden angenommen und fließt als historische Thatsache mitein. — (Über die Abstammung römischer Geschlechter vonKönigen, vergl. Plutarch, Numa, 21.)

Allein der Zweifel an vielen dieser Erzählungen hat sichschon vor mehr als 250 Jahren geregt. Wir erwähnen zu-nächst Cluvier (geb. 1580 zu Danzig, 1623), dessenItalia aat-i^rm 1624 erschien; er hielt die ganze GeschichteRoms bis zur Einnahme durch die Gallier für unsicher. —Perizonius (1651—1715) wies in seinen VnimaävorsionsoHiotoi-ms, die 1685 erschienen, auf die Mangelhaftigkeit deräußeren Zeugnisse für die ersten Jahrhunderte Roms hin;— de Pouilly versucht in einer im Dezember 1722 in derAkademie der Inschriften zu Paris vorgelesenen Abhandlungdie Unzuverlässigkeit der römischen Geschichte bis zu dem Kriegemit Pyrrhos zu beweisen (Drsse-^ttöro-r

cie Aome in dencs« ö'^leacsemre c?cs /nso-'rzitEt.'' VI., 14 — 29und eine zweite Abhandlung daselbst Seite 71). — Diesedrei Werke haben mir nicht vorgelegen, wohl aber Louisde Beauforts: er-rc/