Die Römer.
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Der Bericht von den drei Horatiern und den dreiCuriatiern (unter Tullus Hostilius) ist bis auf die kleinstenEinzelheiten einer Geschichte nachgebildet, der über den Kampfzwischen zwei arkadischen Städten, der in einem von Stobaeusaufbewahrten Fragment beschrieben ist. Nicht Livius, wohlaber Dionpsios von Halikarnaß erzählt uns, die Mütter derbeiden Drillingsgruppen wären Schwestern gewesen. Da aufca. 20 000 Geburten erst eine Drillingsgeburt kommt, kannman die verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit dieser roman-tischen Angabe leicht ersehen.
Zur Sage von des Königs Servius Tullius Geburtim Sklavenstande hat nach Niebuhr wohl sein Name Veran-lassung gegeben oder wenigstens geschienen sie zu beweisen.Er bemerkt darüber (I. S. 244):
„Überhaupt sind die meisten auch schon von den Römern versuchten Erklärungenihrer gebräuchlichen Namen völlig so leer, als wenn wir diejenigen, die bei uns jetztdie gewöhnlichsten find, aus deutschen Wurzeln ableiten wollten; denn sie sind sabinischenoder anderen fremden Ursprungs, welches selbst Varro, der willkürlichste aller Ety-mologiker, bekennt."
Servius heißt wohl weit eher ein am Abend geborenesKind. Vergl. im übrigen Bachofen; die Sage von Tanaquil;eine Untersuchung über den Orientalismus in Rom und Italien;Heidelberg 1870, S. 171. — Das Ende des Königs, da dieTochter über die Leiche des gemordeten Vater fährt und vonseinem Blut bespritzt wird, während trotzdem noch nachher einfeierliches Begräbnis stattfindet, ist ganz novellenhaft undwohl auch ein dichterisches Erzeugnis. Eine andere Auffassungüber diese Sagen hatBachofen; nach ihm deutet die Erzählungvon Servius auf frühere asiatische Sitten, Erhebung eines niedrigStehenden zur höchsten Würde durch ein Weib nach dem so-genannten „Mutterrecht". (Vergl. S. 20.) Ein näheres Ein-gehen darauf würde uns aber hier zu weit führen.
Die Erzählung, wie Sextus Tarquinius, der Sohn desletzten Königs, sich zum Schein stäupen läßt, dann nach Gabiiflieht, dort faktisch Diktator wird, wie dann der Vater mit