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Die Römer.
dem um weiteren Rat bittenden Boten in den Garten geht,dessen Bericht schweigend anhört und die höchsten Mohnblumenmit dem Stäbe abschlägt, mit dem Befehl, zu melden, wie eraufgenommen sei (Livius I. 53), steht schon inutatis inutanäisbeim Herodot, Buch V. Kap. 92: Thrasybulos, der Tyrannvon Milet, führt bei diesem den Boten des Periandros vonKorinth durch ein Ährenfeld und zieht immer die höchstenÄhren aus. Aristoteles, Politik 3, 8, 3—6 (vergl. 5, 8, 7)erzählt die Geschichte übrigens wohl mit Recht umgekehrt.
Die Geburt der Republik ist mit allerlei Anekdoten aus-gestattet, welche sich manchmal ganz gut ausnehmen, aber dieKritik nicht aushalten, wenn man sie sich realisiert. DasAbenteuer der Lucretia z. B. ist kaum glaublich, wenn manalle Umstände in Betracht zieht. — In die Zeit zwischen derVertreibung der Könige und dem Kriege mit Porsena, nachPolybios unter die ersten Konsuln nach der Vertreibung fälltder erste Handelsvertrag zwischen Rom und Karthago,dessen Wortlaut Polybios, Buch III., Kap. 22 mitteilt. Li-vius erwähnt denselben nicht, worauf schon Beaufort hinweist(s. S. 103).
„Verborgen war er ihm nicht, denn des Polybios beschichte liesst, wie jeder weiß,so weit sie sich erstreckte, der seiuigen oft bis zn übersetzender Nachbildung zum Grunde...Die römischen Annalisten, aus denen Livius schöpfte, hatten des Bertrages jedoch nichtgedacht; er war auf einer im Kapitol verwahrten Tafel verzeichnet gewesen, welchevermutlich durch den Brand in der Zeit des Marianischen Krieges vernichtet wordenwar." „Ein anderer Grund über sie zu schweigen war aber eben,was sie uns so wichtig macht, ihre gänzliche Unvereinbarkeit mit derdichterischen Erzählung, welche zur Geschichte geworden war; denn sieenthüllt unleugbar das Geheimnis des Verfalls der politischen Größe Roms, welchendie Verbannung der Könige veranlaßte, ein Geheimnis, welches die späteren Enkel mitthörichter Ängstlichkeit zu verbergen suchten." (Nieduhr 1, 332 sf.)
In dem Vertrage kontrahiert nämlich Rom außer für sichauch für Ardea, Antium, Laurentum, Circeji und Terracina,als ihm unterthänige Städte. Dadurch fällt die Belagerungvon Ardea und damit die ganze Novelle ä 1a Paul Heyse vonder Lucretia. Während wir sonst nur berichtetesanführen, das unhistorisch ist, erwähnen wir