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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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135
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Die Römer.

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hier ausnahmsweise etwas unleugbar Historisches,das unterdrückt worden, weil es einen Einblickin die Art und Weise giebt, wie die ältere römischeGeschichte des Livius gemacht worden.

Horatius Cocles soll mit zwei anderen allein dieBrücke über die Tiber gegen das Heer des Porsena verteidigthaben, bis sie abgebrochen war und dann den Flußgott an-flehend glücklich über die Tiber geschwommen sein; freilich be-merkt schon Livius II. 10, daß diese That bei der Nachweltmehr Bewunderung als Glauben gefunden; nach Polybios(VI. oax. 55) ist er jedoch dabei ertrunken. Nach Tacitusaber Historik III. eax. 4. 92 und nach Plinius 8. 8. XXXIV.14 (nicht 39), welcher den betreffenden Vertrag gelesen zu habenangiebt, hatte sich die Stadt damals dem Könige ergeben undsogar auf allen Gebrauch des Eisens, ausgenommen zum Acker-bau verzichtet, so furchtbar war sie gedemütigt worden. Liviusaber verschweigt dies und traktiert uns mit der Geschichte vonMucius Scävola, der mit Zustimmung des Senats sich indas feindliche Lager schleicht um den König zu töten, aber einenanderen trifft und dann um seine Standhaftigkeit zu zeigen sichden Arm abschwälen läßt. Der römische Historiker oder wenig-stens seine Quelle begeht hier aber ein Plagiat an demgriechischen Agatharkides von Samos im vierten Buche seinerPersica; vergl. Stobaeus: Florilegium 7. 63. Dionysios vonHalikarnaß 5. 27—31 erzählt nichts von dem abgeschwälten Arm.

Wahrscheinlich ist die Übertragung auf den Römer ge-schehen, um den plebejischen Muciern einen alten Stammbaumzuzuweisen. „Der große Krieg mit Etruriern ist wohl nurdurch chronologische Verwirrung in den Jahrbüchern so nahean die Vertreibung der Tarquinier gerückt worden" (Mommsenl. S. 250). Übrigens wimmelt die Erzählung jener Helden-that von Unwahrscheinlichkeiten, wenn nicht von Unmöglich-keiten. Der Name jedoch, Scaevola (der Linkhändige) kamder griechischen Anekdote halbwegs entgegen und wurde dadurch