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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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143
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Die Römer.

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mut, Gemütlichkeit und Milde der Römer meistensFabeln; Leute, welche reich werden oder sonst große Erfolgeauszuweisen haben, sind meistens unliebenswürdig, häufig sogarunausstehlich — und nur dann angenehm, wenn es in ihrGeschäft paßt. Ihr Erfolg summiert sich zum Teil aus kleinenRücksichtslosigkeiten, die einzeln nicht geradezu strafbar sindund aus großen Brutalitäten, welchen sich niemand entgegen-zustellen wagt. Auch ein bischen Verlogenheit gehört dazu —

(Emerson;

Ms-r/ Artikel Platon).

Drei Jahre später fällt die Schlacht an der Allia (390v. Chr.) und gleich darauf die Besetzung Roms durch dieGallier, welche rauhe Wirklichkeit sich die Römer nachher, sogut es ging, glatt geleckt haben. Eine Anzahl Greise, mansagt 80, bleiben (Plutarch, Camillus 21) nach der Flucht dermeisten Bewohner auf ihren Stühlen auf dem Forum unbe-weglich sitzen und werden für Götter oder Bildsäulen ge-halten (!); einer wird von einem skeptischen Gallier am Bartegezupft, erwidert diese Neckerei mit einem Stockschlage; danngroße Metzelei. Nach Livius erwarteten die Greise aber inden Vorhöfen ihrer Häuser den Tod, was weniger dramatischist; Diodor weiß von der ganzen Geschichte nichts. Der amBarte zupfende Gallier ist wirklich der einzige, mit dem maneinigermaßen sympathisieren kann in der . ganzen Mummerei.Es wird wohl richtig sein, was Polybios Buch I. Kap. 6 er-zählt, daß die Römer die Gallier durch tausend Pfund Goldzum Abzüge bewogen haben. Das vs,o viotls des Brennusmag wirklich gesprochen worden sein, aber das Wort des Camill:»Weg mit dem Golde! mit dem Eisen erkauft der Römer seinVaterland" ist viel zu rhetorisch, als daß es historisch seinsollte. Die ganze sehr dramatische Entsetzung Roms durchEamillus, sowie seine vorherige Ernennung zum Diktator werdenjetzt wohl einstimmig ins Reich der Fabel verwiesen —; dieGallier zogen ab, weil die Veneter ihr Land angegriffen hatten;