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Die Römer.
Betreffs der Freundin Cäsars, der Kleopatra, hat AdolfStahr auf die Unwahrscheinlichkeit einiger sehr bekannten Anek-doten aufmerksam gemacht. Kleopatra soll mit Antonius ge-wettet haben, sie werde in einer einzigen Mahlzeit die Summevon zehn Millionen Sesterzien (etwa 2,000,000 Mark) ver-zehren und um dies zu thun, eine ihrer beiden kostbarstenPerlen in Essig aufgelöst und getrunken haben. Als sie sichdann angeschickt habe, auch die zweite folgen zu lassen, sollihr der zum Schiedsrichter der Wette bestellte Lucius Plancus,einer der Generale des Antonius, in den Arm gefallen seinund den Antonius für besiegt erklärt haben, ein Ausspruch,der später, wie der Erzähler (Plinius, H. X. IX. Kap. 35)hinzusetzt, als böses Omen angesehen wurde, „nachdem sichdas Schicksal des Antonius erfüllt hatte"; allerdings lösensich Perlen in scharfem Essig, jedoch wenn er kalt, erst inmehreren Stunden, in kochendem schneller, kleine Perlen in8—15 Minuten; die ganze Geschichte ist aber wohl erfunden,vielleicht um die Prophezeiung hinterher daran anbringen zukönnen. Bei der Angabe eines andern Omens, nämlich, daßbei Actium das Flaggenschiff des Antonius durch einen kleinenhalbfußlangen Fisch, Echeneis (Schiffhalter) genannt, ange-halten sei, dem der Aberglaube solche Kraft zuschrieb (PliniusXXXII. 1), liegt das der Widersinnigkeit wegen am Tage.Stahr, der, so zu sagen, eine große General-Reinigung derrömischen Kaisergeschichte unternahm, erwähnt auch einer sehrcharakteristischen, von Plutarch berichteten Anekdote.Antonius hatte dem Octavian vor der Einnahme Alexandriasdurch letztem noch ein glückliches Gefecht geliefert. In dieStadt zurückgekehrt, stellt er darauf seinen tapfersten Kriegerder Kleopatra vor, welche demselben einen goldenen Helm undHarnisch als Ehrengabe überreicht.
„Der Mann nahm das Ehrengeschenk nnd desertierte »och in derselben Nachtins Lager Oltavians. ES ist ein poetischer Zug, der das Pathos der hoffnungslosenLage des Antonius gesteigert hervorheben sollte, eines jener „Lichter", wie esdie Maler, auch die mit Worten malenden, ihren (tzcmäldcn aufzusetzen lieben."