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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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161
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Die NLmer.

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Endlich sind die Nachrichten über den Tod der Kleopatrasehr verschieden. Daß sie bei Lebzeiten an verurteilten Ver-brechern Versuche über die Wirkung der Gifte angestellt, er-zählt Plutarch (Antonius 71), welche Erzählung der DichterRabirius bis ins Grausenhafte übertrieben hat. Allein dieAngaben der Alten über die Todesart der Kleopatra lautenverschieden. Gewisses weiß man nicht, da man sie schon totund ihre beiden Kammerfrauen im Sterben fand. Im Triumph-zug des Augustus ist aber ein Bild mit aufgeführt worden,auf welchem man die Kleopatra mit einer Natter auf ihremArm sah (Plutarch; Antonius, Kap. 86); denn demMaler war der Tod vermittelst eines Schlangen-bisses der dankbarste Vorwurf.

Über die Abstammung der Römer von den Tro-janern bemerkt Mommsen (S. 471):

„Von troischen Seefahrten weiß die ganze ältere Poesie nichts; bei Homer herrschtAenäas nach Wions Fall über die in der Heimat zurückbleibenden Troer. Erst dergroße Mhthenwandler Stesichoros (632-553) führte in seiner „Zerstörung Jlions"den Aenäas in das Westland, um die Fabelwelt seiner Geburts- und seiner Wahl-heimat, Siziliens und Untcritaliens, durch den Gegensatz der troischen Helden gegendie hellenischen poetisch zu bereichern. Von ihm rühren die seitdem fest-stehenden dichterischen Umrisse dieser Fabel her, namentlich dieGruppe des Helden, wie er mit der Gattin und dem Söhnchen unddem alten, die Hausgötter tragenden Vater aus dem brennendenJlion davongeht und die wichtige Identifizierung der Troer mit den sizilischen

und italienischen Autochthonen,.Aber der eigentliche Vollender der später

geläufigen Fassung dieser Troerwanderung ist Timaios von Tauromenion auf

Sizilien, der sein Geschichtswerk 262 v. Chr. schloß.Auch ist bei ihn, Dido

Karthagos Gründerin und Rom und Karthago werden in demselben Jahre erbaut.

.Im wcsentli chen kann die Erzählung nicht von Latin», her-

übergcnommen, sondern nur die eigene nichtsnutzige Erfindung deralten „Sammelvettel" gewesen sein. . . Er war vollkommen dazu berufenaus der naiven Dichtung der älteren Zeit den wüsten Brei zu kneten, welchem dasSpiel des Zufalls eine so seltsame Celebrität verliehen hat."

Diesem Spiel des Zufalls also verdankten es die Jlier,daß, als sich der König Seleukos von Syrien an den römischenSenat um Bündnis und Freundschaft bittend wandte (es istnicht ganz sicher welcher Seleukos; nach Mommsen SeleukosNikator (472 d. St.s, nach Dropsen Seleukos Kallinikos(507 d. St.s), der Senat beides in einem griechischen BriefeTreppenwitz. 11