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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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171
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Die Römer.

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Onesikritos, Polystephanos und Hegesias. Da sie sehr wohl-feil sind, kauft er die meisten und giebt nun im erwähntenKapitel eine Anzahl leider größtenteils recht läppischer Wunder-erzählungen zum besten."

„Die so sorgfältig ausgemalte Geschichte klingt ganz glaublich, ist aber dennochFiktion; was sich Gellius selbst aus seinen Schätzen notiert haben will, ist aus demsiebenten Buch von Plinius' Naturgeschichte herübergenommen, wo auch die betreffendenAutoren alle genannt werden. Vergl. Kretzschmer: äs s-nstoridus tzsllii FrainvaLiisi13 ff." (Kalkmann; Pansanias der Perieget, Berlin 1886, S. 8.) Übrigens erwähntGellius im selben Kapitel, daß er im siebenten Buche des Plinius eine der Angabenwieder (!) gelesen habe.

Belisar, nachdem er dem Kaiser Justinian mehrereKönigreiche erobert hatte, soll schließlich, in Ungnade gefallen,als blinder Bettler in den Straßen Konstantinopels um Al-mosen gefleht haben. Etwa 600 Jahre nach seinem Todeschildert zuerst Johannes Tzetzes „in zehn schlechten griechi-schen Versen" den blinden und bettelnden Belisar, welcheMär dann vor dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts nachItalien drang und allgemein geglaubt wurde. Eine schöneantike Statue, damals im Museum Borghese, erhielt sogarden Namen des bettelnden Belisar. Winckelmann hat späternachgewiesen, daß sie den Augustus mit der Nemesis (!) dar-stellt. In Frankreich und Deutschland ist diese Anekdote abererst im 18. Jahrhundert durch Marmontels Aufsehen erregendenRoman populär geworden, zu welchen ihm ein Bildnis Belisarsvon van Dyck begeistert hatte, worauf ihm 1781 der MalerDavid noch durch ein Gemälde zu Hülfe kam und unterNapoleon I. Jouy mit einer Tragödie, die jedoch erst 1825mit Talma in der Titelrolle gespielt wurde. Marmontel be-hauptete, den Procopius, den Sekretär Belisars, benutzt zuhaben; das ist aber durchaus unwahr. Auch Jouy gab, wohlnur aus Unwissenheit, an, sich streng an die Geschichte ge-halten zu haben. Feller endlich in seiner ör'o-

erzählt, daß „bis auf den heutigen Tag" ein Ge-fängnis in Konstantinopel als Turm des Belisar gezeigt werde.»Es steht an den See auf dem Wege vom Schloß der sieben