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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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176
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Die Deutschen.

derartig von den Feinden eingeschlossen war, daß er die Waffenstrecken mußte. Auf der Linie zwischen Borgloh südöstlichvon Osnabrück und Leeden hat demnach die Schlacht imTeutoburger Walde stattgefunden.

Durch die Untersuchungen Knokes ist auch festgestelltworden, daß der Name Teutoburg von der Düte, einemNebenflüsse der Haase, herzuleiten ist und nichts weiter alsdas Dütegebirge, d. i. das Gebirge an den Quellen derDüte bedeutet. Nur der Gebirgszug, welcher von diesemFlusse etwa bis in die Gegend von Tecklenburg reicht, ver-dient daher auch in Wirklichkeit den Namen des TeutoburgerWaldes, während der Gebirgszug im Osten der Dütenquellen,welcher über Bielefeld hinaus sich in derselben Richtungweiterzieht, nach den Quellen der Haase den Namen Osningträgt.

Eine Fabel ist es, wenn man in unsern Büchern liest,Varus sei ein feiger Anführer gewesen und habe außerdemnichts vom Kriege verstanden. Auch seine Soldaten hättennichts getaugt. Nicht deshalb ist das große römische Heerim Teutoburger Walde zu Grunde gegangen, weil Varusund seine Soldaten sich nicht gehörig schlagen wollten, sondernweil sie von den Deutschen, wie die Römer einst in denCaudinischen Pässen, völlig eingeschlossen waren und nichtwieder aus den Bergen, zwischen die man sie gelockt hatte,herauskommen konnten. Nur bestand der Unterschied zwischenden Caudinischen Pässen und dem Teutoburger Walde darin,daß die Samniter so gutmütig waren, ihre Feinde nur unterdas Joch zu schicken, während unsere Ahnen ihre Unterdrücker,wie sie es verdienten, über die Klinge springen ließen.

Unsere Geschichtsschreiber gehen über das Hauptereignisdes Germanicusfeldzuges vom Jahre 15 n. Chr. mit kurzenWorten hinweg. Sie machen es damit ebenso wie Tacitus,welcher sich nicht gern mit jener Thatsache lange aufhält,weil sie für die Römer wenig ehrenvoll war. Und doch ist