Die Deutschen.
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eine erbauliche Lektüre für die Römer, mehr ein ethnographischerRoman, die Schilderung eines Utopien, welchem in der Wirklich-keit eigentlich nichts entsprach, als eine richtige Beschreibungwar, während Tacitus, wie schon Voltaire bemerkte, in seinenBerichten über die ersten Kaiser in das andere Extrem ver-fallen zu sein scheint (vergl. S. 164). Aber der deutscheStamm der Wandalen hat es nicht auf seinem Gewissen, daßdie meisten der herrlichen in Rom zusammengeschleppten Kunst-werke, — ein zweites Volk aus Statuen bestehend, welchesnach Cassiodor in den Mauern der Stadt wohnte, — unsentweder gar nicht, oder nur verstümmelt erhalten worden sind.Die schrecklichste Plünderung soll vielmehr diejenige durchKaiser Constans II. gewesen sein, „nach welcher nicht vielbedeutendes übrig geblieben sein kann". (Friedländer, Sitten-geschichte Roms III. S. 181).*)
Andrerseits muß man den alten Germanen auch nicht einezu hohe Kultur zuschreiben. Daß sie Barden gehabt, ist durchKlopstock und andere aus des Tacitus Ae-'MKMK, Kap. 3gefolgert worden.
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Doch ist statt vielleicht zu lesen öcr-Äns —
Feldgeschrei; mit den Bardenliedern der Kelten hat dieStelle jedenfalls nichts zu thun.
Gleichfalls aus einer Erinnerung an die Klassiker ist dieSage vom böhmischen Weiberstaat entstanden, d. i.von der Königin Libussa und ihrer Nachfolgerin Valaska.Sie stammt von Aeneas Sylvius Piccolomini aus Siena,dem nachmaligen Papste Pius II. (lebte 1405—1464), welcher
*)Jn die Einzelheiten einzugehen würde hierzu weit führen. Bgl. GregoroviusGeschichte der Stadt Rom im Mittelalter I. S. 159 (betreffs der Wcstgothen), S. 315(betreffs der Vandalen), S. 380 (betreffs der Ostgothcn); dagegen S. 366 (betreffs derbhzantinischen Truppen); auch Totila hat Rom nicht zerstört (S. 421). —