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Die Deutschen.
Dazu kommt die chronologische Schwierigkeit; die Erzählung setzt jenen Vorfall aus-drücklich ans Ende des Lebens Radbods, der drei Tage später gestorben sein soll;Wulframs Tod fällt dagegen mindestens zwanzig Jahre früher."
Der Bericht wird auch noch mit anderen Lesarten vorge-tragen, die wir jedoch hier übergehen.
„Wiederholt wird dabei bemerkt, daß Radbod deshalb nicht zur Taufe gelangtsei, weil er nichtzurZahl der Prädestinierten gehörte. DiesesDogmawar also dem Verfasser die Hauptsache und die einzelnen Erzählungen find
nur Variationen darauf.Die Szene mit Radbod am Taufstein sinkt deshalb
zu einer Dichtung herab mit der Aufgabe darzuthun, wie der König selbst in dergrößten Nähe des Sakraments zu der göttlichen Gnade nicht habe gelangen können.(Rettberg, Kirchengeschichte Deutschlands II. S. 514 ff.)
Es ist sogar möglich, daß der König Radbod überhauptnur ein Gebild der Sage ist.
Auch die Thatsache, daß Alarich als er Hellas verwüstete,die Stadt Athen verschont hat ( 395 ), hat zu allerlei FabelnVeranlassung gegeben. Nach dem heidnischen SchriftstellerZosimos soll ihm sogar vor den Mauern Achilleus undauf den Mauern die Athene Promachos in vollem kriegerischemSchmuck erschienen sein. „Eine rationalistische Erklärung dieserGeschichte scheint uns weder möglich noch auch nötig zu sein"(Hertzberg, Geschichte Griechenlands unter den Römern, III.S. 393 ). — Beiläufig sei hier bemerkt, daß auch das vonPlaten so schön besungene Begräbnis des Alarich im Busento-fluß der Sage angehören dürfte.
Die einzige Quelle dafür ist Jordanes, äs rsdus dotiois,der seinerseits wieder auf der verlorenen Geschichte von Aure-lius Cassiodorus fußt. Übrigens erzählt schon Dio Cassiusein ganz ähnliches Ereignis, betreffs des Dacierkönigs Dece-balus aus Kaiser Trajans Zeit.
„Das Faktische ist Nebensache, die heroischen Züge die Hauptsache und ein Glück,dass sie nicht verwischt sind: sie tragen ein originales, germanisches Gepräge." (». Ranke,Weltgeschichte, 1-3. Anfl. Teil IV s, S. 321.)
Bei Karl dem Großen sind gerade einige der hübschestenAnekdoten erfunden und die angeblichen Aufzeichnungen desErzbischofs Turpin über ihn erst um 1100 entstanden. Dieim Jahre 883 auf Veranlassung Karls des Dicken begonneneGeschichte Karls des Großen und seiner Nachfolger durch den