Die Deutschen.
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Abt von St. Gallen, herausgegeben von Pertz in denNonumonta 6-sriuavias bistorioa ist schon ganz sagenhaft:„nur selten und mit großer Vorsicht ist ein Vorfall, der hiererzählt wird, als wirkliche Thatsache hinzunehmen" (Wattenbach,a. a. O., S. 153). Am bekanntesten dürfte die Erzählungüber seine Tochter Emma sein, wohl das erste deutsche Mädchen,die sich in ihren Hauslehrer vergaffte, was nachher fast zumguten Ton wurde, wie z. B. in Spielhagens „ProblematischenNaturen", wodurch Emma zu vielen Tränen und vielem Un-glück den ersten Anstoß gegeben hat. Besonders rührend istder Bericht, wie sie ihren Eginhard über den Schnee getragen,damit man des Morgens nicht darin die Fußtapfen einesMannes wahrnehmen könne. (Grimm, deutsche Sagen; Bandzwei, 2. Aufl., Berlin 1866, S. 115.) Diese Scene ist auchein dankbarer Vorwurf für den Maler; es wäre eben schade,wenn sie nicht wahr wäre; sie ist aber doch nicht wahr. NämlichEinhart — denn so, nicht Eginhard, wird der Name von seinenZeitgenossen urkundlich geschrieben — erzählt selbst am Endedes neunzehnten Kapitels seiner Biographie des Kaisers, daßKarl niemals seine Töchter verheiraten wollte, weder an dieSeinigen noch nach auswärts. „Wenn nun," setzt Fournier(S. 56) hinzu, „Eginhard nicht etwa so zerstreut war, wieMonsieur de Brancas, welcher mitunter vergaß, daß er ver-heiratet war, sehe ich nicht ab, wie er, wenn er selbst eineTochter Karls zur Frau hatte, so schreiben konnte." Einharthatte vielmehr wahrscheinlich eine Schwester des Bischofs Bern-hard von Worms zur Gemahlin, die allerdings Jmma hießund 836 starb; er folgte ihr 14. März 840. (Wattenbach,Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter I., S. 138 ff.)Das Grab Eginhards und Emmas wird in Seligenstadt beiDarmstadt gezeigt und die Grafen Erpach wollen von ihnenabstammen; sehr bedauerlich ist es, daß Karl niemals eineTochter Namens Emma gehabt hat. (Über das ähnliche Liebes-abenteuer des Marschalls Moritz von Sachsen in Mitau,