Die Deutschen.
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der deutschen Städte eine so große und mystische Rolle spielen, errichtet worden sind,fehlen die positiven, geschichtlichen Nachrichten. Selbst die Sage giebt uns keinen nureinigermaßen brauchbaren Anknüpfungspunkt; denn wenn uns diese auch erzählt,daß Karl der Große seinem Schwestersohn und Feldherrn Roland Bildsäulen inden Städten auf sächsischer Erde. nach Besiegung der Sachsen habe errichten lassen,so ist diese Sage selbst abgesehen davon, daß ihre Unrichtigkeit vollkommen überzeugendlängst nachgewiesen ist, schwerlich vor dem Ansgange des 12 ., vielleicht sogar erst im14. oder im Anfange des 15. Jahrhunderts entstanden" rc.
Nach S. 95 ff. des Zoepflschen Werkes sind die RolandeAbbildungen des roten, d. i. blutigen, d. i. strenge Gerechtig-keit übenden Königs Otto II. (978—983). Es wird daselbstbemerkt, daß schon in der aus 1111 oder 1110 von KaiserHeinrich V. der Stadt Bremen verliehenen Urkunde das WortRoland geschrieben, obwohl der Name von Rotland, roteErde — Blutgerichtsstätte stamme. Im 15. Jahrhundertaber wäre die unrichtige Ansicht die allgemeine gewesen, sodaß auf dem Ruland in Magdeburg das Todesjahr des Ro-land (778) angegeben ist. — Hugo Meyer gab 1868 zuBremen ein Werk heraus, wonach die Nolandsbilder den ger-manischen Sonnengott darstellen sollten; — Ludwig Götze inseiner Geschichte Stendals (1873) vermittelte zwischen Zoepflund Meyer. — Allen diesen entgegen trat G. Sello, Ar-chivrat in Magdeburg, in den Blättern für Handel, Gewerbeund soziales Leben (Beiblatt zur Magdeburger Zeitung) vom1., 8., 15. u. 22. Juni 1885.
Nach ihm stellen die Rolande den König der Deut-schen dar, in dessen Namen Recht gesprochen werde. Sieseien im 12. Jahrhundert entstanden und hätten im 14. denNamen „Roland" erhalten.
„Die Rolande sollen ein Bild des Königs xnr sein, nicht eines be-
stimmten Königs; sie sollen die Macht repräsentieren, in deren Nanien allerorten Rechtgesprochen wurde. Sie haben nur dekorative, nickt symbolische Bedeutung, sie sindein Schmuckstück, kein Wahrzeichen- Beziehungen zur Rechtspflege, wo sie sich finden,find rein äußerliche, wenn nicht zufällig." (Aus einem Schreiben Dr. Sellos an denVerfasser vom 15. Mai 1887.)
Auch um das wichtige Ereignis der Taufe Wittekindsoder Widukinds, des Sachsen-Häuptlings (785) hat sichallerhand fabelhaftes ankristallisiert.