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Die Deutsche».
„hat im Jahre 1881 in einer Reihe von Artikeln in der Sonntagsbeilage der VossischenZeitung (Nr. 9—14; die letzten Wendenkämpfe und die Städtcumwandlnngen in derMark) die ärgsten Fabeln in ein geradezu verblüffendes historisches System gebracht:er kennt weder die in Frage kommenden Quellen genügend, obwohl er sich gerndaraus beruft, »och versteht er dieselben, soweit er sie kennt, richtig rc."
Sehr viel Unheil hat das „Geschichtswerk" des Domini-kanermönches Martin von Troppau angerichtet, auchMartin der Pole genannt (ch ca. 1278); Wattenbach, Deutsch-lands Geschichtsquellen im Mittelaltcr II. 327, urteilt darüber,wie folgt:
. es sollte ein bequemes Handbuch sein, und diese Aufgabe hat er insofernmit großem Erfolg gelöst, als kein anderes Geschichtsbuch des Mittelalters eine sogroße Verbreitung gefunden hat. Der innere Wert entspricht freilich diesem Erfolgedurchaus nicht: es ist nicht allein eine ganz oberflächliche Kompilation, sondern es habenerst durch dieses Werk alle die Fabeln, welche nach und nach in die Geschichte einge-drungen waren, recht festen Fuß gefaßt und eine völlige Herrschaft gewonnen, die nurdurch die wissenschaftlichen Bestrebungen der neueren Zeit erschüttert werden konnte.In manchen Abschnitten, z. B- in der Geschichte der Ottonen, ist diewahre Geschichte bei ihm verschwunden und nur die Märchen sind ge-blieben."
— und weiter, nachdem Wattenbach berührt, wie auchdie Fabel von der Päpstin Johanna erst durch Martinvon Troppau zu allgemeiner Verbreitung gelangt ist mitBeziehung auf die Päpstin:
„. . . in der Folgezeit Hot keine von Martins Fabeln mehr Aussehen erregt,schädlicher aber wirkte» andere, wie z. B. die Ei»s ctzun g der sieben Kurfürstenund überhaupt die ganze grundfalsche Auffassung der Geschichte. Diese Einsetzungwird ausdrücklich Gregor V. zugeschrieben in der Fortsetzung von des Thomas (von
Agnino) Werk: ü° ro^imino prinvipuin, welche.vvnTolomco vonLucca
herrührt. Vollständig klerikal ausgebildet und aus Papst Sylvester übertragen findetsich die Geschichte wenig später in der Reimchronik des Kölner Stadtschreibcrs God-fricd Hagcne."
Über diese Einsetzung der sieben Kurfürsten giebt es einekleine, aber sehr gründliche Arbeit von Dr. Victor Langhaus:„Die Fabel von der Einsetzung des Kurfürsten-kollegiums durch Gregor V. und Otto III-, Berlin 1875".Es heißt daselbst S. 5:
„Man könnte beinahe sagen, dass die Frage, wie »nd wann das Knrfürsten-kollegium entstanden sei, so alt ist, wie dieses selbst. Schon die bekannte Stelle desSachsenspiegels, welche um das Jahr 1299 der sieben Wähler zuerst erwähnt,zeigt eine gewisse Unklarheit, die es möglich machte, ganz entgegengesetzte Ansichten überdie Grundlage der Kurwürdc hineinzulegen und der Bries Urban IV. vom 81. August 1SSS