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Die Deutsche».
Schultern fort", wobei die Worte „mit Erlaubnis des Kaisers"wie wir gesehen haben, unberechtigt sind, denn es war Sacheder Frau, was sie mit forttragen wollte. Der Bericht-erstatter ist aber gerade derselbe kölnische Annalist,welcher allein die weinsberger Geschichte meldet:
„Was seine Phantasie bei der Eroberung von Crcma »nr schüchtern anzudeutenwagte, weil das Ereignis noch zn frisch im Gedächtnis der Zeit lebte, das gestatteteer sich ungestraft bei der schon im Dämmerlicht der Vergangenheitliegenden Eroberung Wcinsbcrgs mit behaglicher Breite auszust'inncn: aus dereinen Frau, die mit Erlaubnis deS Kaisers Ihren Mann fortträgt, sind die sämtlichenFrauen geworden, welche die beschränkten Kapitulationsbedingungen ausnutzen, umihre Männer zu retten, indem sie die Erlaubnis des Kaisers durch ihre erheiterndeList gewinnen." (Beruhen» im historischen Taschenbuch 1884, S. 24.)
Populär wurde die Sage jedoch erst durch JohannesTritheim, den Abt von Sponheim, der sie im Anfangdes 16. Jahrhunderts in seiner „Chronik von Hirschau" undden etwas später verfaßten „Hirschauer Annalen" mit einigerAusschmückung erzählte. In der Ausschmückung fuhren anderefort, bis dann zuerst Leibnitz die ganze Erzählung für eineFabel erklärte; Naumer jedoch in seiner „Geschichte der Hohen-staufen", Jaffö in den „Jahrbüchern des deutschen Reichsunter Konrad III." und noch spätere führen sie als historischan; aber sie verriet ihre unhistorische Natur durch die An-ziehungskraft, die sie auf die Kunst ausübte.
„IVI4 entstand das Drama deS Nichthonius, 165,0 ward ein Gemälde des Vor-gangs im Chor der Kirche zn WcinSbcrg aufgestellt, wovon eine Kopie in den Rathaus-saal gestiftet wurde. Die Burg erhielt in, VolkSmundc den Namen Weibertreu, denBurgwcg nannte man den Frauenweg, bciondcrs brachte der Dichter Iustinus Kerner,der sich dort niederliesi, den KnltuS in Schwung re." (Bcrnhcim a. a. O. S. 28, dernoch aus die Macht des Gemüts hinweist, welches allen solchen anmutigen Sagenschützend zur Seite steht.)
Außer dem schon erwähnten Bürger haben noch Chamissound Elisabeth Kulman die Sage besungen. Auch die Lokal-chronik von Weinsberg nahm sich ihrer liebevoll an (Dillenius,Weinsberger Chronik, Stuttgart 1868).
In einem am 22. Januar 1884 im „Verein für Geschichteund Altertumskunde" in Berlin von Dr. Grotefend gehaltenenVortrag wies dieser noch darauf hin, daß von den zeitge-nössischen Quellen die Eroberung von Weinsberg viel erwähnt