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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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210
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Die Deutschen.

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ohne Unwillen lesen kann. Sehr bekannt ist die Legende,wie sie gegen das Gebot ihres Gemahls, von der Wartburgherunter steigend den Armen in einem Korbe Speise zuträgtund hierbei von demselben überrascht wird; sie muß denKorb öffnen und es finden sich statt der Speisen vielmehrRosen in demselben. Wir würden diese „Legende" — dienatürlich auch auf der Wartburg dargestellt ist — gar nichterwähnen, wenn sie Sietzel, Leben und Thaten der Heiligen,4, 133 im Leben der heiligen Elisabeth nicht auch noch auf-führte. Das Rosenwunder wird von mehreren Heiligen er-zählt und ist auf Elisabeth vielleicht am spätesten übertragenworden. — Ein andermal soll sie einen kranken Mann inihr Bett gelegt haben. Ihr Gemahl kommt hinzu, hebt dieBettdecke auf und erblickt den Herrn Christus; diese Erzählungglauben wir nicht.

Im Sommer 1891 rief ein Bild auf der Ausstellung inder Königlichen Akademie in London einige Aufregung hervor,weil es die „Entsagung" der heiligen Elisabeth in der Weisedarstellte, daß sie in Gegenwart von Mönchen und Nonnenin völliger Nacktheit vor dem Altar kniet. Es hieß nachher, derMaler hätte den Ausdruck der Chronik ,ss nnäavit" mit entkleidetsich übersetzt, während die Worte die Verzichtleistung auf allesEigentum ausdrückten. In der „Historischen Zeitschrift", her-ausgegeben von Heinrich von Sybel und Max Lehmann, Band69, 2. Heft 1892 findet man eine Biographie der Fürstinvon Wenck. Danach wäre sie gar nicht von der Wartburgvertrieben worden, sondern freiwillig gegangen, um, einen im13. Jahrhundert häufig vorkommenden Zuge folgend, derKrankenpflege und der strengsten Askese zu leben.

Ungemein verbreitet und besonders populär durch Musäusgeworden ist auch die Sage vom Grafen Gleichen, der, wiees heißt, seine Gemahlin zu Hause lassend, im Jahre 1227mit dem Grafen von Thüringen gegen die Ungläubigen zukämpfen auszog, dabei in saracenische Gefangenschaft geriet, aus