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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutschen.

17. April 1883 abgekürzt. Der Verfasser desselben teilte nur mit, daß die betreffendeWürzburger Chronik verschollen sei und er das Citat aus Jgnaz Äropp, Lebens-beschreibung der heil. Kilian, Colonati rc. Würzbnrg 1738 S. 207 entnommen hätte.)

1843 ist Walthern an der Außenseite des romanischenChors der Neumünster-Kirche eine neue Denkplatte errichtet,mit einer lateinischen und einer deutschen Inschrift, letztere vonKönig Ludwig von Bayern. Oben ist eine Schale, aus welcherVogel Körner picken. Bädeker, Süddeutschland 1879, S. 159belehrt uns:

„Der ursprüngliche Stein am iircuzgcmg hatte eine ähnliche Schale, in welchertäglich den Vögeln Futter gestreut wurde (I ?). Der Dichter hatte hierfür eine be-sondere Stiftung gemacht, welche die Kollegiat-Herrcn später in eine Spende Weitz-brod für sich selbst verwandelten." <!)

Als Papst Gregor IX. 1239 den Kaiser Friedrich II.zum zweiten Mal in den Bann that, soll jener erklärt haben:„dieser König der Pestilenz behauptet, die ganze Welt sei vondrei Betrügern, Moses, Christus und Moham-med, getäuscht worden, deren zwei in Ehren, der dritte aberam Holze hangend gestorben sei". Nach andern soll der Phi-losoph Averroes (f 1198) etwas ähnliches gesagt haben.

„Diese Behauptung erscheint im Mittelaltcr in der Regel als falsche Denunciationund als ein Mittel, Personen von freier Richtung verhaßt und verdächtig zu machen.Später machte man ein Buch über die drei Betrüger (Oo trlbu» iuipogtoridns) zumGegenstand dieser Fabel und eine große Reihe freisinniger Männer (s. das Verzeichnisderselben bei Genthe, äs impoutnrs, loligLonuin, Leipzia 1833 S. 10 f., sowie beiRenan, Averroes, S. 23ö) wurden beschuldigt, ein Buch verfaßt zu haben, daß garnicht existierte, bis endlich dcrEiser, mit welchem dieFrage derExistenzdesselben erörtert wurde, die litterarische Industrie veranlaßte,so lche S chr iften, diedann schwach genug ausfielen, nachträglich zu fabrizieren."(Lange, Geschichte des Materialismus I. S. 211.)

(Ferner zu vergl. Weller: äs tribus impostoribus, 2. Aufl.1876, Philomneste jun. mit demselben Titel 1861.)

Eine der anziehendsten Erscheinungen in der Geschichte istKönig Enzio, einer der illegitimen Söhne Kaiser Friedrichs II.,dessen eigentlicher Name höchst wahrscheinlich Heinrich, abge-kürzt Heinz war, was sich die Italiener dann, wie oben an-gegeben, mundgerecht gemacht haben. Es wird häufig erzählt,seine Mutter wäre auch diejenige Manfreds gewesen, einesanderen Sohnes des Kaisers; dies ist nicht der Fall; viel-