Die Deutschen.
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worden sein und aus Rache sämtliche Kinder der Stadt —gleichfalls mit seiner Pfeife — an sich gelockt haben und mitihnen im Calvarienberge verschwunden sein. Die allmählicheEntwickelung der Sage ist sehr gründlich erörtert von Dr. OttoMeinardus: „Der historische Kern der Hameler Ratten-fängersage; Hannover 1882". Die älteste Gestalt der Sageweiß nur von dem Auszug der 130 Kinder und ihrem Ver-schwinden im Calvarienberge, dagegen noch nichts vom Pfeifer,von den Ratten und vom Treubruch des Magistrats. Erstin einer Handschrift, der Stadt Hameln gehörig, genannt die„Brade", wird auch der Pfeifer erwähnt, „so mit allerleigevarve becledett gewesen". Dies Buch ist 1585 vom Stadt-schreiber Franz Müller angelegt; der das 14., das 15. und16. Jahrhundert behandelnde Teil ist aus einer „altenBrade" abgeschrieben. In einem andern Stadtbuch der StadtHameln, genannt der „Donat", dessen erste Eintragung vomJahre 1311 datiert, findet sich bei manchen Urkunden, offen-bar von späterer Hand geschrieben, eine zweiteDatierung neben der gewöhnlichen, nämlich einmal -ra
rMMNA, ein andermal, xost exituin xuororuin. ImJahre 1654 nannte dann ein Hameler Senator, SebastianSpilcker, den Fälscher einen „Schalck". In zwei Chroniken,Johann von Pohle's Hämelscher Chronik und in Conrad Botesniedersächsischer Bilderchronik, letztere „ein seit Ende des15. Jahrhunderts von den Zeitgenossen gesuchtes Geschichts-werk, fehlt jede Spur der Sage. Dagegen erscheint sie invollständigerer Gestalt merkwürdigerweise nicht in einheimischenVolksbüchern, sondern in Werken eines fremden Gelehrten,nämlich in der 1566 veröffentlichten Schrift Johann Weiers:,äs prasstiZiis äasmouuin , über die Blendwerke der bösenGeister," während zwei frühere Auflagen von 1563 und 1564die Geschichte noch nicht kennen. In der 1566 er aber be-gegnen wir den Ratten (Aliros, eigentlich Haselmäuse), undhören, daß dem Pfeifer, der hier zum erstenmal zum Ratten-