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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
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229
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Die Deutsche».

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die Ladung vor dem Hafen in die See zu werfen; ihr Befehlwird ausgeführt und es entsteht an der Stelle eine Sand-bank, der Frauensand genannt, wodurch die leichte Zugänglich-keit des Hafens zerstört wird, der Handel abnimmt und dieStadt verarmt, so, daß sie heute „nicht einmal mehr ein Dorfist, sondern nur ein Kirchhof".

Man verlegt dieses Ereignis in die Mitte des 14. Jahr-hunderts. Daß die Stadt damals anfing von ihrer Macht-höhe herabzusinken — 1345 hatte sie noch die Truppen desGrafen Wilhelm IV. von Holland zurückgeschlagen — ist wohlrichtig. Auch daß sich eine Barre vor dem Hafen gebildetund mit zu dem Rückgang beigetragen, läßt sich hören. ObigeErzählung ist aber offenbar zu dem Namen „Frauensand"erfunden und ihre Tendenz diese, nachteilige Naturerscheinungenin einen, allerdings dunkelbleibenden, Kausalzusammenhangmit den moralischen Fehlern der davon Betroffenen zu bringen— und einen Beitrag zum Wirken der poetischen Gerechtigkeitzu leisten. Wer die Erzählung zuerst hat, ist schwer anzugeben.Sie findet sich u. a. bei Guicciardini (1482—1540).

An der historischen Persönlichkeit des Till Eulen-spiegelzu zweifeln, ist nach der Monographie vonLappen -berg, Dr. Thomas Murners Ulenspiegel, Leipzig 1854,kein Grund vorhanden; von den lustigen Streichen jedoch,welche Murner von ihm erzählt (erste Ausgabe, Straßburg1519) sind viele nur auf ihn übertragen worden, und zumTeil selbst italienischen Ursprungs. Daß schon Tills Vater„Eulenspiegel" geheißen habe, ist unwahrscheinlich, weil im13. Jahrhundert Zunamen bei Bauern überhaupt sehr seltensind; er hat den Beinamen wohl erst selbst später von seinenStreichen erhalten. Geboren war er im Dorfe Kneitlingen(in Braunschweig). Auch daß er in Mölln, im HerzogtumLauenburg 1350 im Hospital gestorben und auf dem Kirchhofedaselbst begraben ist, ist wohl kaum zu bezweifeln. Zuersterwähnt wird das Grab zu Mölln 1384, sodann 1503, zu