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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutsche».

verschrieb ihm außerdem feierlich die Summe von100 000 ungarischen Goldgulden.

„teils um ihn für die Kosten schadlos zu halten, die auf die Ber-besferuug des Zustandes der Mark zu verwenden seien, teils aus Er-kenntlichkeit für seine getreuen Dienste und wies dieselben auf die Burgen, Städteund Dörfer der Mark an, doch mit dem Vorbehalt, daß sowohl er, als seine Erbendie Mark Brandenburg durch Erlegung der genannten Summe wieder einzulösenund an sich zu bringe» befugt sein sollten." (Ricdel, Zehn Jahre aus der Geschichteder Ahnherren des Preussischen KönigShauses.)

In Raum bürg ziehen die Kinder jährlich am 28. Juliauf die Vogelwiese hinaus, um das Kirschenfest zu begehen;ihr Festruf heißt das Huß rufen und das Schlagwort: Viktoria,Hussitenkrieg. Allgemein bekannt wurde die Erzählung durchKotzebue, der 1801 dem Kirschfest auf einer Besuchsreise bei-wohnte; sein Schauspiel: „Die Hussiten vor Naumburg", dessenChöre Maria von Weber komponiert hatte, es wurde 1803zuerst in Naumburg aufgeführt, aber erst 1832 entstand dasgleichnamige Volkslied, nach Hoffmann von Fallersleben „Unserevolkstümlichen Lieder, Nachträge S. 178" von dem damaligenReferendarius Carl Sepferth gebürtig aus Langensalza ge-dichtet.

„Es ist aber durch K. P. Pepsins „Die Sage von den Hussiten vor Naumburgund der Ursprung des Nanu,bnrgischcn Kirschfcstes, Zeitz 1811, wieder abgedruckt in kleineSchriften, Magdeburg 185,4 1 . 2V5>" geschichtlich durchaus festgestellt, daß Naumburg nie-mals eine hussitischc Belagerung, weder unter Prokopins i°s 1484) »och unter einem andernBandcnsiihrcr zu bestehen gehabt hat, dass dagegen das dortige Kinderfest schon überzvo Jahre in den Rechnungen der Ratskämmcrci erscheint .... Mit demselben Huß-ruscn bezeichnet man in fränkischen und schwäbischen Landschaften die Feicrabcndglocke,wenn sie die Abendzeit, wo alles „zu Haus sein soll" verkündet . .. Somit bezeichnethier der vermeintliche Name jenes grausamen Jcindes der Deutschen nichts anderesals einen Festtcrmin. Eben dieses Hußcinläuten heißt daher in der fränkischen StadtEichstädt der Huß - au s". sstiochholz, Dell und Geßler in Sage und Geschichte S. 1 S.)

Nach Lepsius stammt die Erzählung aus der Chronikeines Mönches, Namens Taube, der jedoch selbst sehr proble-matisch ist, und nach dem, was er von sich berichtet, nichtim fünfzehnten, sondern im sechzehnten Jahrhundert zurZeit der Reformation gelebt haben muß, folglich in keinemFalle Augenzeuge gewesen sein kann. Abgesehn von diesemTaube bemerkt Lepsius (kl. Sehr. l S. 211):

„Dieser Sage gedenket, soweit mir bekannt, zuerst Johannes Töpfer, vormaliger