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Die Deutsche».
jenigen Entfernung von einander, wie sie im Fernrohr ange-bracht werden, die Spitze des Kirchturms beobachtete und vonder Wirkung überrascht ausrief: „Sieh' Vater! der Hahn kommtvom Turm herab!" Es ist schade, daß diese Anekdote nichtwahr ist; auch Arago in seinem Bericht über das Daguerreotypund Littrow in seinen „Wundern des Himmels" haben sieverbreitet; sie ist es aber nicht, obwohl man oft sehr erbaulicheBetrachtungen darüber findet. (Vergl. Poggendorf, Geschichteder Physik, S. 190.) In der sehr gründlichen „Geschichte desFernrohres" von H. Servus, Berlin 1886, wird die Anekdoteganz Übergängen. — Der Ausdruck „verballhornisieren" stammther von Johann Ballhorn, Buchdrucker in Lübeck, undwarum? Weil er von einer Fibel 1586 eine verbesserte Auf-lage herausgegeben, bei der die Verbesserung darin bestandenhaben soll, daß er dem auf der letzten Seite der Fibeln üblichenHahn ein paar Eier unterlegte. Es ist dies aber nicht wahr,da überhaupt Fibeln mit dem Bilde des Hahns erst im 18.Jahrhundert üblich wurden. Ballhorn scheint ganz unschuldigin so schlechten Ruf gekommen zu sein. (Wurzbach, Histo-rische Wörter, Sprüchwörter und Redensarten S. 14.)
Der Ursprung des dreißigjährigen Kriegeswird auf den Tag angesetzt', an welchem die Böhmen unterFührung des Grafen Thurn die kaiserlichen Statthalter Mar-tinitz und Slavata und den Geheimschreiber Fabriciusim Sitzungssaal auf dem Hradschin in Prag aus dem Fensterwarfen, wobei jedoch alle drei mit dem Leben davon kamen.(23. Mai 1618.) Das ist historisch; daß aber Fabriciusdabei auf die andern gefallen sei und sie deshalb beim Auf-stehen um Entschuldigung gebeten habe, ist «»historisch. DerTreppenwitz der Weltgeschichte liebt etwas Frivolität beim Be-ginn wichtiger Ereignisse. (Vergl. Menzel, Neuere DeutscheGeschichte III. S. 302.)
Eine sehr verbreitete Sage ist die von dem BürgermeisterDeimling und den vierhundert Bürgern von Pforzheim,