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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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275
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Dic Deutschen.

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im Verein für die Geschichte Berlins, ist festgestellt worden, daß das fragliche Haus1711—1716 einem Goldschmied, Namens Lieberkühn, gehörte; dagegen bat ein goldenesTafelservice am Hofe des haushälterischen, jedem Luxus abholden Königs nie existiert.Christian Lieberkühn wurde 1738 mit der Herstellung des silbernen Chores im Ritter-saale des Schlosses betraut (welchen Friedrich der Große spater einschmelzcn ließ) undmußte, was von einer Wohlhabenheit zeugt, 42V00 Thaler, sowie sein Haus alsKaution für das ihm zur Anfertigung des Chores gelieferte Silber stellen. Hierdurchwird die Sage in betreff des Services und der Armut des Goldschmiedes hinfällig,wie denn auch ein anderer Goldschmied eines der gegenüberliegenden Häuser zudamaliger Zeit nicht besessen hat. Bezüglich der Grundsteinlegung der Parochial-kirche hat Küster eine ausführliche Beschreibung derselben, doch ohne Erwähnungjenes Vorfalls, so daß auch in diesem Punkte das Poetische der Sage der Wahr-heit entbehrt. (Bergl. einen Aufsatz von Ferdinand Meyer in Nr. 14 von 1875 der„Gartenlaube".)

Am 4. Juni 1841 wurde der Neidkopf übrigens von derBesitzerin des Hauses abgenommen. Der Verein für MärkischeGeschichte wollte ihn ankaufen; man forderte aber einen zuhohen Preis (10 Friedrichsdor). Später 1857 wurde erjedoch bei einem Antiquar für 6 Frievrichsdor erstanden, am5. Juni 1858 wieder an seiner alten Stelle eingesetzt, woraufunterm 27. Oktober desselben Jahres ein Vertrag mit demBesitzer des Hauses geschlossen wurde, daß der Neidkopfohne Zustimmung des Königl. Fiskus nicht wieder entferntwerden dürfe.

Am 12. Juli 1703 wurde das von Schlüter verfertigteReiterstandbild des großen Kurfürsten auf derKurfürstenbrücke in Berlin enthüllt. Der Kurfürst ist alsrömischer Imperator dargestellt, also das Pferd ohne Hufeisen.Weil man, dicht vor dem Standbild stehend, nur das eine,aufgehobene, Bein des Pferdes sieht, ist wohl die Sage ent-standen, der Künstler hätte nur dies eine Hufeisen vergessen,und als er es bemerkte, sich aus Gram sofort in der darunterwegfließenden Spree ertränkt. Schlüter ist jedoch, nachdem erUnverdienter Weise in Ungnade gefallen, nach Rußland aus-gewandert (1713) und dort verstorben (1714); (vergl. denVortrug Nr. 320 im Archiv des Vereins für die GeschichteBerlins, gehalten 25. Januar 1876). Die Anekdote, daßKünstler wegen einer an einem ihrer Meisterstücke vergessenen

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