296
Die Deutsche».
Friedrich nach der Invasion von Carnatik durch Hyder Alierkundigt haben, wer denn dieser eigentlich wäre. Der Ge-sandte soll auf Schlesien und Westpreußen anspielend erwiderthaben: e'esil rm mer« n sss
vorsE, Mars </ar, Hier« me-'er, comMe-ree aCarlyle XXI, 5 verwirft jedoch diese Anekdote; es wäre auchein schlechter Gesandter, der dem Fürsten, bei dem er be-glaubigt ist, dergleichen versteckte Beleidigungen zu sagenunternimmt und ein geradezu tölpelhafter, wenn man an die„Eroberungen" oder vielmehr Raubzüge Englands in Indiendenkt.
Die Anekdote, daß Friedrich die hessischen nachAmerika verkauften Soldaten bei Minden denüblichen Viehzoll hätte zahlen lassen, um so derenLandesvater daran zu erinnern, daß er die Seinigen wie dasVieh verkaufe, setzte bei dem Könige eine „zugleich sentimen-tale und burschikose" Auffassung voraus, die ihm fern lag.Die Geschichte, obwohl von Schlosser (Geschichte des achtzehntenJahrhunderts III., S. 463) und nach ihm von vielen Autorenaufgenommen, ist unwahr. Sie gehört zu den von denFeinden der englischen Regierung in England, Frankreich undHolland zahlreich ausgesprengten Sensationsnachrichten jenerZeit und findet sich zuerst in einer in solchen Dingen ver-dächtigen Quelle, in einem Briefe Franklins, des be-kannten amerikanischen Gesandten, ää. Paris, 1. Mai 1777an John Winthrop; Kortüm (Geschichte der nordamerikanischenRevolution, Zürich 1829, S. 148) hat sie ihm nacherzählt;vielleicht hatte sie Franklin selbst erfunden; eine AnordnungFriedrichs oder ein gleichzeitiger deutscher Bericht fehlt durch-aus. „Eine lyrisch angehauchte Demonstration dieser Art inScene zu setzen, liebte der ergraute Staatsmann nicht".Allerdings hat er den Menschenhandel und die Unternehmerdesselben aufs tiefste verachtet; in einem Schreiben an Voltaireckck. 18. Juni 1776 hat er diesem gegenüber die Ehre ab-