304
Die Deutsche».
niemand selbst für Geld sich bereit findet, in ein Boot zusteigen und die Kinder einer Mutter zu retten, die den Herzogin ihrer Verzweiflung anfleht, springt der Herzog endlichselbst hinein und erwidert denen, die ihm abraten „Was binich mehr als ihr?"; nun kommt das tragische Ende, worauf„ganz Deutschland, ja Europa weinte"!
In der „Stammliste aller Regimenter und Korps der Kgl.Preuß. Armee", Berlin 1806, Kommissionsverlag der Him-burg'schen Buchhandlung findet man (S. 255) unter den Mit-teilungen aus der Geschichte des Husarenregiments Nr. 2(ehedem „Zietensche Husaren"), die aus einem Berliner Ka-lender für 1789 entnommene Nachricht, daß das erste „Ba-taillon", d. h. die eine, fünf Schwadronen starke Hälfte jenesHusarenregiments während des Feldzugs 1787 in Hollanddas „sonderbare Glück gehabt, eine Fregatte zu erobern.
— Erwähnter Kalender fügt an einen kurzen Bericht von derEinnahme der Festung Gorkum, den 17. September 1787, dieNotiz: „Zugleich, wer sollte es glauben? — ward eine Hol-ländische Fregatte auf dem Wasser von Preußischen Hu-saren auf dem Lande erobert! Dies thaten ... die EbenschenHusaren mit einer armierten Fregatte in der Mitte des Lecks".
— Ein Gedicht von Koeppen verherrlicht diese Eroberung.In Wirklichkeit verhielt sich die Sache folgendermaßen:
Generalmajor Freiherr von Eben, Chef des HusarenregimentsNr. 2 von 1786—1795, war mit einigen Offizieren und5 Ordonnanzen seines Regiments zur Stelle, als der Kapitäneines im Rhein (Leck) auf eine Sandbank geratenenSchiffes, durch preußische Füsiliere angegriffen und durch 2 preu-ßische schwere Geschütze bedroht, kapitulierte. Das ist alles.
Über die Zusammenkunft der Königin Louise mitihren beiden ältesten Söhnen auf der Flucht vor Napoleonteilte der Oberhofprediger Kögel nach Kaiser Wilhelms!,eigener Erzählung in der Zeitschrift „Daheim", Jahrgang1876, folgendes mit: