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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutschen.

schon verloren gegebenen Schlacht herbeigeführt hat, ist vielleicht eine Wappensagedes 16 . Jahrhunderts."

Voigt in seiner Geschichte Preußens schreibt hierüber'.

„ES hat sich lange im Volle die Sage erhalten, ein kühner Schustergesell, einesBürgers Sohn aus Königsberg, Hans von Sagan genannt, habe für den Ordendie Entscheidung des Sieges gegeben; denn als im Anfange der Schlacht das Ordens-voll schon gcwanlt und zum Teil sich zur Wucht gewendet, habe er, obgleich selbstam Fuße verwundet, dem Baunerführcr eine Fahne entrissen oder ein von. Feindeerbeutetes Panier gerettet, es hoch emporgeschwungen und also die Weichenden wiederzum Kampfe ermutigt. In dieser Stellung, die Fahne in der Hand, das Schwertur Seite, den Fedcrhut auf dem Haupte, zeigt man ihn heute noch aus Brunnenund Kirchcnfahncn; doch würd auch vermutet, es sei dies das Standbild des heiligenFlorian. Der Hochmeister soll ihm als dankbaren Lohn versprochen haben, Königs-bergs Bürger alljährlich zu einem Freudenfeste auf der Burg zu versammeln undgastlich zu bewirten. Ihnen zur Feier soll sich das Gastfcst bis in spätere Zeitenerhalten habe». So die Sage."

Auf einer ziemlich schäbigen, hölzernen Pumpe in der„Brandenburger Thorstraße" in Königsberg i. Pr. siehtman noch heute eine Figur des angeblichen „Hans von Sagan",welche die Erinnerung an seine ungeschehenen Heldenthatenfrisch erhält. (Zu vergleichen: Lohmeyer: die Littauerschlachtbei Rudau in Samland 1370, ihre gleichzeitige und ihre spätereDarstellung; hat mir nicht vorgelegen.)

Der wahre Name und die Herkunft desKasparHauser(f 17. Dezember 1833) sind bekanntlich immer noch nichtaufgeklärt. Eine ganz schändliche Fabel aber ist seine Ab-stammung aus der badischen Negentenfamilie. Danach sollteer der 29. September 1812 geborene Erbprinz gewesen sein,den die zweite Gemahlin des Grohherzogs Karl, die GräfinHochberg, gegen ein anderes eben gestorbenes Kind vertauschthätte (16. Oktober 1812), um ihren Kindern die Erbfolgezuzuwenden. Diese Erfindung ist widerlegt in einer Broschürevon Dr. Mittelstädt, Kaspar Häuser und sein badisches Prinzen-tum, Heidelberg 1876. Sie hat ihre weite Verbreitung wieso viele Unwahrheiten, die sich in die Geschichte Hausers ein-gedrängt haben, durch einen Roman gefunden: „CasparHäuser oder der Findling. Romantisch darge-stellt von ****", Stuttgart 1834 bei Balz. Über diesenRoman brachte die National-Zeitung vorn 14. Juni 1883