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Die Deutschen.
Bei Besprechung eines ausgestellten Gemäldes von HoraceVerriet, die Begegnung Juda's mit der Thamar, Paris, 7. Mai1843, führt Heine an, daß die Franzosen, seitdem sie mitdem Orient in unmittelbarste Bekanntschaft getreten, ihreMaler auch den biblischen Figuren ein morgenländischesKostüm gaben.
„Auch Landschaft und Tina des Morgenlandes behandeln seitdem die Franzosenmit größerer Treue iu ihren Historienbilder», und dcni Kamele, welches sich aus demGemälde des Horace Vcrnct befindet, sieht man es Wohl an, daß der Maler es un-mittelbar »ach der Natur kopiert und nicht, wie ein deutscher Maler, ausder Tiefe seines Gemüts geschöpft hat." (Sämtliche Werke, Hamburg1884, Band 10 . S. 164.)
Aus dieser harmlosen Bemerkung Heines ist bei Lewes,Or'/'s cr-rÄ woi'/c.? c>/ <7«et/re (erste Auflage 1855), Buch 6,Kap. 2 (Wilhelm Meister), ohne daß Heine erwähnt wird, dieAngabe entstanden, ein Franzose, ein Engländer und einDeutscher hätten einst den Auftrag erhalten, der Welt ihreAnsichten über das Kamel mitzuteilen. Der Franzose wärenun nach dem -/ar-Mn ^ gegangen, nach einer
Stunde zurückgekehrt hätte er ein Feuilleton in tadellosem Franzö-sisch geschrieben, aber ohne unsere Kenntnisse betreffs des Kamelsirgendwie zu erweitern, wäre jedoch selbst sehr zufrieden mitseiner Leistung gewesen und hätte gesagt ^6 vor/«, (e o/tcr-rre«.Der Engländer wäre gepäckbeladen nach dem Osten gereist,daselbst zwei Jahre das Kamel beobachtend geblieben, woraufer einen dicken Band voller Thatsachen zusammengestellt hätte,ungeordnet und unphilosophisch aber „schätzbares Material"für alle, die nach ihm kommen würden. Der Deutsche endlich,voll Verachtung für die Oberflächlichkeit des Franzosen unddie unphilosophische Mkrtte^-oZ-sireHeit des Engländers, hättesich in seine Studierstube zurückgezogen, um daselbst dieIdee des Kamels aus der Tiefe seines moralischen Bewußt-seins zu konstruieren; — „und er ist noch dabei." Das so^natürlich nicht Geschichte sein, sondern nur Anekdote; aberdie Entwickelung ist doch sehr lehrreich für diejenige historischeAnekdoten.