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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Dic Franzosen.

Dieser Ausspruch ist jedoch nur eine allerdings sehr gelungeneVerbesserung des wirklichen „vorrs vor«« Kes /ö

»rcrr^e". (Fournier S. 278.)

Das Zeitalter Ludwigs XIV. ist noch durch mehrere „Lichter"vom Treppenwitz der Weltgeschichte ausgestattet worden. Be-rühmt ist die Geschichte des „Mannes mit der eisernenMaske", den der neu angestellte Gouverneur der Bastillein Paris de Saint-Mars bei seinem Antritt, 18. September1698 mitbrachte und der am 19. November 1703 ganz plötz-lich verstarb. Er hat übrigens keine eiserne, sonderneine schwarze Sammtmaske, ist auch jedenfalls nichtein Zwillingsbruder Ludwigs XIV. gewesen (Voltaire:

sowie nach Soulavin: Denk-würdigkeiten des Marschalls von Richelieu zur Geschichte derHöfe Ludwigs XIV., der Regentschaft und der RegierungLudwig XV.; 1789—93 (Band III)); auch nicht der zweiteSohn Ludwigs von der Lavallidre, Graf von Vermandois,geb. 2. Oktober 1667, ch 19. November 1683 (!) welcherlebenslänglich eingesperrt worden sein soll, weil er demDauphin eine Ohrfeige gegeben (dies stammt aus den Voltaire'nzugeschriebenen anonym erschienen „Geheimen Denkwürdigkeitenzur persischen Geschichte", 1745, wo das Ereignis allerdingsin Persien spielt), auch nicht der wirkliche Vater Ludwigs;alle diese Theorien stammen aus Novellen oder Dramen. InWahrheit war der Mann mit der eisernen Maske deritalienische Graf Ercole Matthioly (geb. 1. Dezember 1640zu Bologna), welcher sich als Diplomat Ludwigs Ungnadezugezogen hatte.

„Das zweifelhafte Verdienst, dic Bezeichnung der eisernen Maske erfundenzn haben, gebührt dem Chevalier von Mouhh (1701—1781);.Mouhh ver-

öffentlichte 1716 »nter dein Titel: „Die eiserne Maske oder dic seltsamenAbenteuer des Vaters und des Sohnes eine» elenden Roman, in dessenEinleitung er zur Rcchtscrtignng des sonderbaren Titels verschiedene, angeblich derGeschichte entlehnte Fälle anführte, in denen einzelne Machthaber gefährliche Neben-buhler durch Anlegung eiserner MaSIcn unkenntlich und ungefährlich gemacht hätten.Der Gedanke an dic Anwendung eines derartigen Mittels auch bei den maskiertenGefangenen der „Geheimen Denkwürdigkeiten" lag so nahe, dass das Publikum ihn