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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Engländer.

Geschichte von Johann Fordun, noch in der Geschichte Schottlands von JoannesMajor.Man könnte denke», Hektor Boeis habe jene Nach-

richt von seinem Zeitgenossen Poltzdorus Vcrgilius entnommen,dessen Werk üo rorum invontoridns vom 7. Anglist 1499 in der Vorrede datiert ist,also dem Anschein nach aus älterer Zeit als das Werk von Hektor Boris (1öS6) herrührt.Allein die fragliche Stelle sehlt bei Polhdorus Bergilins in denAusgaben bis zum Jahre 1582."

Schmidt führt dann S. 204 eine Menge von Schriftstelleran, welche die Fabel gläubig aufgenommen. — Seite 1 u. 2seines Werkes heißt es:

„Manche Schriftsteller, die an diese Erzählung glaubten, verbanden damit dieVorstellung, in andern Länder» hätte dasselbe Recht gegolten; und sie fanden darindas Mittel, eine Reihe verschiedenartiger Nachrichten und Urkunden zu erklären. EineZusammenstellung derselben steht schon in der ersten Ausgabe von Ducangc (1678)und im Glossar von Lauriöre (1764) und ist daraus mit mehrfachen Zuthaten in dieneuern Ausgabe von Ducangc übergegangen. Aus dieser Quelle schöpften die Ency-klopädisten Bouchcr d'Argis, Ehevalicr de Jancourt und Garrau de Coulon ihreMitteilungen, die dann von spätern Schriftstellern wiederholt wurden. Sie be-trachteten es als geschichtlich festgestellte Thatsache, dass jenes Recht gegolten habeoder wenigstens von gewissen Herren in Anspruch genommen worden sei. Zu denVertretern dieser Meinung gehören Voltaire, Bontaric, Renauldon, ferner dieVerfasser des Vocabutarre und des Hickronncrire <ks llVevoit-r, ferner

Dulaurc, Merlin, Dalloz, Chateaubriand, Collin de Plancy, Pcnchet-Chanlaire undGiraullt de Saint-Fargca». Auch in das Wörterbuch der französischenAkademie wurde sie (1886 und 1844) ausgenommen, obgleich sie inzwischendurch mehrere Schriftsteller verschiedener Länder (. . . I. G. Heineccius 1786 ... 1bekämpft worden war.

Dieselbe Lehre wurde in allen Forme» von Untcrhaltungs-schriften weitverbreitet. Schon Beanmont und Fletcher machten jenesRecht zum Mittelpunkt eines Schauspiels, „OuLkonr o/' kkre coeenk-^/". AuchVoltaire und Beaumarchais schrieben Schauspiele darüber. Rastclli folgte miteiner epischen Dichtung. Aus dem Schauspiel von Beaumarchais entnahmMozart de» Text zur „Hochzeit des Figaro". Auf dasselbe Recht beziehensich komische Opern von Martini und Laval und von Bo'i'cldieu und eine Vaudcvillevon Delaconr und Jainc, ferner ein Roman von Charles Fcllcns und eine mittel-alterlich geschriebene romantische Erzählung, Ilmtorial >lu llonglsur, die vonMalivoir herrührt, endlich eine Novelle in Briefen von dem Wiener PublicifieNDavid Spitzer."

Es ist bekannt, wie Beaumarchais' „Hochzeit des Figaro"seiner Zeit die Gemüter aufregte, welche Intriguen bei Hofespielten, darüber, ob das Stück aufgeführt werden dürfte odernicht und daß es einer der wesentlichsten Anstöße zur franzö-sischen Revolution gab (vergl. S. 141), und doch steht, wie KarlSchmidt in seinem Werke nachweist, der ganze Glaube andas fus primas nootis auf sehr schwachen Füßen. Es mögen