Buch 
Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
385
JPEG-Download
 

Die Engländer.

385

Johnson, dem Verfasser der Divas 0 / Fra ge-

druckt steht, seinen Lebensunterhalt dadurch gewonnen haben,daß er die Pferde der vornehmeren Theaterbesucher währendder Vorstellung beaufsichtigte und zu diesem Zwecke, als erbeliebt geworden, sogar Knaben zur Hülfe annahm (MaLa-«xaava's öor/s). Aus dem Tagebuche Manninghams, einesAdvokaten, stammt die Don-Juan-Anekdote, Shakespeare hätteeine Dame belauscht, wie sie mit dem Schauspieler Burbadge,der Richard III. zu spielen hatte, ein Stelldichein verabredet,sei vor ihm selbst hingegangen, auch angenommen wordenund hätte dem Schauspieler, als er sich später melden ließ,sagen lassen: „„William der Eroberer" käme vor „Richard III.""Auch diese Anekdote ist ganz schlecht beglaubigt. Desgleichendas Seitenstück, Shakespeare wäre oft bei seinen Reisen nachStratford im Wirtshaus zur Krone eingekehrt und hätte dortbei der schönen Wirtin sehr in Gunst gestanden, sei auchPathe des Sohnes des späteren Dichters Sir

William Davenant gewesen. Als nun einmal der Knabedem Gaste entgegen gelaufen, habe er auf die Frage wohiner eile, erwidert: saa /ris iMer/casMK-'a, —

worauf ihn der Fragende gewarnt habe, „den Namen Gottesnicht unnützlich zu brauchen". —

Über Shakespeare ist ferner ein Bericht sehr verbreitet,daß er mit seiner Frau in Unfrieden gelebt, sowie daß ersich in seinem Stande (als Schauspieler) nicht glücklich ge-fühlt habe; dieses hat man aus seinen Sonetten 29 und111 schließen wollen; es ist aber wahrscheinlicher, daß dieseSonette andern Persönlichkeiten in den Mund gelegt findund nicht des Dichters Gefühle in Beziehung auf sich selbstausdrücken. Was den anderen Klatsch, den Unfrieden mitseiner Frau betrifft, so führt man an, daß er ihrer in seinemTestamente nur ganz kurz gedenkt und ihr nur sein zweit-^estes Bett vermachte. Beides ist jedoch nicht so schlimm,als es zuerst erscheint; — jenes, weil ohnehin für die Wittwe

Treppenwitz. 25