Die Italiener, die Spanier, die Schweden !c.
413
das Marmorfragment der Gruppe des Ajax mit dem Leich-nam des Achilles aufgestellt wurde, ging nicht nur der Namedes Schusters auf diese Gruppe über, sondern gewissermaßenauch seine satirische Laune, da die Gruppe dazu benutzt wurde,Spottschriften anzuheften." In seiner Rezension der erstenAuflage dieses Werkes (Magazin für die Litteratur des Jn-und Auslandes 1882 Nr. 9) bemerkt Büchmann jedoch:„Dieser Pasquino war erstens ein Schneider, zweitens einSchuster, drittens ein Barbier, viertens ein Litterator, fünftensein Schulmeister; er hat wirklich existiert?" — kaum — daBüchmann schon selbst a. a. O. S. 190 bemerkt, daß imWerke des Poggio Florentini (fi 1459) „b'aLotiaruin libollugnnions" unter „LastiZata vanitas" ein redseliger, witzigerMann (vir äioax ao soeosus), Pasquinus aus Siena, er-wähnt wird.
Fragt man nach der Entstehung des Aberglaubens, daßdas Umwerfen des Salzes bei Tische Unglück bedeute, sohört man häufig, er rühre davon her, daß aus Leonardoda Vincis (fi 1519) „Abendmahl" Judas das Salzfaßumstößt. Der Aberglaube ist aber viel älter und der genialeMaler hat ihn schon absichtlich benutzt.
Über Raphael Santis Leben (1483—1520) wissenwir eigentlich gar nichts; alles was Vasari (1568), Pungi-leoni und nach ihnen Passavant (1839) über ihn berichten,erweist sich bei sorgfältiger Prüfung als unstichhaltig. Daßder Vater ihn und die Mutter in Madonnenbildern dargestellt,daß er als Kind bei seinem Vater habe Majolikagefäße be-malen müssen, daß er in so vielen Bildern sein eigenes Portraitangebracht — alles dies sind Erfindungen. Sein erster Em-pfang beim Papste wird ganz dramatisch hergerichtet; Tisch-bein (Aus meinem Leben I., 186) erzählt:
„Als Bramante seinen Neffen dem Papste vorstellte, kniete Raphael nieder,die Haare hingen ihm um sein schönes Gesicht bis auf die Schultern. Der Papsthob ihn aus, indem er sagte: „„das ist ein reiner, unschuldiger Engel, ick willihm einen Lehrer in dem Kardinal Bembo geben und er muß diese Wände mit