Die Italiener, die Spanier, die Schweden :c. 419
mißvergnügten, westgothischen Kroßen, dem Grafen Julian, der in Ceuta be-fehligte, in eine Verbindung getreten sein, die zur Invasion in Spanien führte.
Die Erzählung ist vielfach in Abrede gestellt und sogar die Existenz des Grafenin Zweifel gezogen worden. Dagegen aber hat man, ich denke nicht mit Unrecht,angeführt, daß in den arabische» Geschlechtsregiftern Nachkommen Julians vorkommen:denn nicht er selbst, noch sein Sohn, aber sein Enkel ist zum Islam übergegangen.Auf der einen Seite in verschwindenden, aber aus der andern in starken Zügen tritter hervor; und ich finde keinen hinreichenden Grund, sein historisches Dasein schlechthinzu leugnen.
In dem Berichte des Jbn Abd-el-Hakem, eines Autors, der zwar erst im neuntenJahrhundert gelebt hat, aber doch der älteste Araber ist, der Nachricht von diesemEreignisse giebt, findet sich eine Erzählung, in der Graf Julian, den er Bilian nennt,eine große Rolle spielt. Dieser zufolge hat der arabische Freigelassene in Tangereine Verbindung mit dem spanischen Grafen, der in Ceuta seinen Sitz hat, gesucht.In kurzem aber ändert sich das Verhältnis. Graf Julian bot den Arabern an, sienach Spanien hiniiberzuführen. Dazu soll er dadurch bewogen worden sein, daßKönig Roderich seine Tochter entehrt habe. Julian würde also nicht daran gedachtHaien, den Arabern das Reich zu überliefern, sondern sich an dem König zu rächen.Auf ein so unsicheres Verhältnis wollten jedoch die Araber nicht eingeht,. — Die Er-zählung ist, Julian habe die beiden Töchter, die ihm noch lebten, den Arabern alsUnterpfand seiner Treue überliefert" u. s. w. (Folgt die Schlacht bei Leres de laFrontera 711 , infolge deren die Araber in Spanien festen Fuß faßten.)
Die Spanier haben aus ihrem Cid (ch 1099) eineFigur gemacht, wie die Engländer aus König Arthur undandere Nationen aus Roland. „Die spärlichen historischenDaten über ihn ergeben nichts, als daß er ein zwar tapfererRitter und ausgezeichneter Heerführer gewesen ist, aber vonsehr grausamem, treulosem, ja feilem Charakter, bald dieser,bald jener Partei und öfter den Saracenen als den Christendienend, jedoch mit einer Chimene verheiratet", ganz wie inder Sage. (Schopenhauer. Parerga II., S. 414; ver-weist auf Äeo/te-'e/re.? sr»/
1849. Bd. 1.) — Sehr oft wird auf die berühmte Huldigungs-formel der aragonischen Stände angespielt, welche siezum Könige sagen läßt: emo jvo-- sr
somos ta-rto os, mcrs gA6 os,
/rte-'os,' sr no, -ro. (Wir, die wir jeder Einzelne eben soviel gelten als Ihr, und die wir zusammen mehr sind, alsIhr, machen Euch zu unserm Könige unter der Bedingung,daß Ihr unsere Freiheiten unverletzt erhaltet; wo nicht,
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