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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Schluß.

auf den Künstler, sei er nun Maler, Bildhauer, Dichter,Rhetor oder Romanschreiber, eine so eigentümliche Anziehungaus, dessen Aufgabe eben diese ist, uns die Vorgänge desLebens verständlich und leicht übersehbar, — und nicht aufdem mühsamen Wege der Wissenschaft — sondern gleichsammit einem Male zur Anschauung zu bringen; die Hälfte derArbeit ist ihm eben abgenommen; ja selbst die Historiker habensich oft und gerne von diesen „Tendenzanekdoten" be-rücken lassen; ja sie haben dieselben vorzugsweise aufgesuchtund gesammelt wie Plutarch dies von sich selbst bemerkt*)und wie es unter den neueren manche gethan haben, ohne esanzuerkennen. Den Kindern und dem Volke gefällt immerdas sichtbarwerden und sich geltend machen einer einzelnenPersönlichkeit, eines einzelnen Strebens; daher die unbegrenzteVolkstümlichkeit aller Freischarenführer, mögen ihre Pläneund Unternehmungen noch so albern und aussichtslos sein ;daher auch die vielen Erinnerungen in Rom an Nero undin Mosco an Ivan den Strengen; es waren Scheusale, aberfolgerichtige Scheusale. Selbst der Roman gefällt den meistenMenschen besser als die Wirklichkeit, weil die Personen imRoman leichter durchschaubar sind; am auffallendsten ist diesbei Charles Dickens.

Die folgende hübsche, hierauf bezügliche Stelle findet sich,wo man sie kaum gesucht hätte:

„Nur in einer idealen Geschichte kann ein einzelner Gegenstand an und für sichbetrachtet werden, in abgeschlossener plastischer Gestaltung und in antiker Ruhe, wieder Bildhauer eine Gelter- oder Heroengestalt frei und losgemeißelt hinstellt in denfreien Raum. Die Gegenstände des Mittclalters zeigen uns dagegen überall das bcwegtere Leben des Hautrcliefs, in welcher sich die Gestalten mit dem Hintergründedes Marmors verflossen und nur teilweise aus ihm herausarbeiten, ganz dem Charakterdes wirklichen Lebens gemäß, wo der Mensch nur selten einige Glieder frei aus denihn beengenden Fesseln der Verhältnisse heraus streckt." (Klöden; über die Ent-stehung, das Alter und die früheste Geschichte der Städte Berlin und Kölln, Berlin 18SS,Vorwort S. VII.)

In der Widmung seiner Sammlung der Anssprüche von Königen und Feld-herren an Kaiser Trajan, welche freilich für unecht gehalten wird; ähnlich im Lebe»des Alexander (Kap. i).