Schluß.
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Der Treppenwitz der Weltgeschichte hat aucheinen sozialistischen Zug (vergl. S. 287): er gefälltsich in der Demütigung des Hohen und berichtet gern dieniedrige Abstammung später höchst einflußreicher Personen,und wie ihre Geburt und Erhaltung einst an einem Haaregehangen, womit er dann zarter Weise andeutet, daß esschließlich wohl auch ohne sie gegangen wäre. Desgleichenfaselt er gern, daß wichtige Entdeckungen und Erfindungennicht dem Nachdenken der sich mit dem Gegenstand Beschäf-tigenden, sondern dem Zufall zu verdanken seien.
Über die Erfindung des Glases z. B. bemerktAntonius von der Linde (Gutenberg, Geschichte und Erdichtung,Stuttgart 1878):
„Es ist eine Licblingsidee der Sage, den Zufall zum bloßen Impuls hochwichtigerNeuerungen zu machen, wie wir dies z. B. an den Histörchen gewahr werden, welchedie Erfindung des Glases, des Schießpulvers, der Ölmalerei aus zufällig sich dar-stellenden Mischungen erklären wollen. In Syrien, sagen die alten Quellen, amFuße des Carmel, wo der Fluß Bekns in das Meer fällt, strandete ein Fahrzeug,an dessen Bord Salpeterhändler sich befanden. Um die Mahlzeit zu bereiten legtensie unter ihre Töpfe Stücke Salpeters, da keine Steine zur Hand waren. Und alsjene nun zu glühen anfingen und sich mit dem reinen Flußsande vermengten, da seieine durchsichtige Masse weggeflossen, das Glas. Diese Geschichte, schon durch den an-geblichen Mangel an Steinen in der unmittelbaren Nähe eines Gebirges sehr merk-würdig, berichtet der berühmte römische Encyklopädist Plinius (II. X. S6, 26). Dengewichtigsten Einwand gegen die Richtigkeit der Erzählung macht der Techniker! —denn es ist nicht möglich, daß ein so geringer Hitzegrad, als ihn das Kochfeuer ent-wickelt, dazu ausreichen sollte, um jene beiden Stoffe, aus denen allerdings eineglasige Masse entstehen könnte, zu schmelzen und in flüssigen Zustand zu versetzen."
Gleichfalls sozialistisch ist der häufig vorkommende Fall,daß eine Anekdote erfunden wird zum Zwecke, eine bestehendeEinrichtung verächtlich und verhaßt zu machen.
„Die Sagcnbildung war gleichsam die Preßfreiheit des unterdrückten Volkes."(Schleiden; die Rose, S. 105.)
Vier andere Neigungen des Treppenwitzes der Weltgeschichtesind die zum Attributismus, zum Pendantismus,zum Kontrastismus und zum Programmismus.Was diesen zuletzt genannten betrifft, so wird sehr oft dasLeben berühmter Persönlichkeiten, besonders von Königen,deren Stellung allerdings einer solchen Darlegung am meisten
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