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Herrn Georg Ernst Stahls ... Zymotechnia fundamentalis, oder, Allgemeine Grund-Erkänntniss der Gährungs-Kunst : vermittelst welcher die Ursachen und Würckungen dieser alleredelsten Kunst, welche den nutzbahrsten und subtilesten Theil der gantzen Chymie ausmacht, aus den wesentlichen mechanisch-physischen Haupt-Gründen überhaupt mit höchstem Fleiss ans Licht gestellet, und mit einem neuen chymischen Experiment, wie ein wahrer Schwefel durch Kunst zum Vorschein zu bringen; wie auch mit andern nützlichen Erfahrungs-Proben und Anmerckungen dem Publico mitgetheilet werden / wegen ihres unbeschreiblichen Nutzens aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzet
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89(09 S8 14gen ſeines zweyfachen Grundweſens demQueck ſilber und demjemgen Tbeld deſſelben,welches in den Metallen gleichſam das Weſenausmachet, ſehr verwandt und zugethan.

Die Jeugung ſolcherley urinoſiſcher Saltzenzeiget das alteroffenbagreſte und bekandteſteExempel des Kin. Daß in demſelben einwuͤrcküches Saltz/ ſo dem Joch⸗ Saltz alei-chet, ja ſo gar in dem! rin der Thiere, welche dochkein wurckuches Koch, Saltz gemieſſen, vor-handen ſey: beweiſet die Eindickung und Criſtalliſirung des Erins. Ob gleich allhier wenigdaran gelegen, daß man weiß, ob dieſes Saltzdurch den würcküchen Genuß, oder ſonſt wo-her in deu Erin gekommen.

Wann nun der, mit dieſem Salcs, und zugleichmit einer Fettigkeit, ſo mit eingem Schleun-Weſen vermenget iſt, angefullte Urin in dieFaͤulung geſetzet wird: ſo verliehtret ſich zwaralle halb Fixe, und dem Kochſalcze gleich-kommende Salczigkei, welche zu vor offen-bdahrlich darinnen vorhanden war. Huge-gen kommet vermittelſt der alleinigen Aushau-chung und gelindeſten Warme ein zimlich hauf-ſiges urinoſiſches Saltz hervor, welches indem ruͤckſtaͤndigen Erin zwar fluͤßig blelbet,dennoch aber ſich nicht allem un dem Geruch/ſondern auch in der Aufwallung mit ſaurenDingen, wie auch in der Fuſammenwach-ſung mit ſelbigen zu einem trockenen Beſtand-weſen; ingleichen in der afloſing des 2

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