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Die Bereitung und Verarbeitung des Stahls : ein unentbehrliches Handbuch für Eisen- und Stahlbeiter jedes Faches / nach dem englischen Werke des Ingenieurs Overmann deutsch bearbeitet von Carl Hartmann
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16
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weichste Stabeisen wird durch das Härten nicht härter, aber auchnicht spröde, wenn es nicht schon vor dem Härten spröde war.Alles Eisen, welches durch das Härten etwas härter wird, istwirklich stahlartig. Je mehr der Kohlegehalt zunimmt, destogrößer wird die Härte nach dem Ablöschen, und desto geringerkann der Grad der Härte sein, bei welchem der Stahl gehär-tet wird.

Je spröder der Stahl nach dem Härten wird, desto schlechterist er. Die Ursachen der Sprödigkeit können entweder in derBeschaffenheit des Eisens, oder in der ungleichartigen Vcrthci-lung der Kohle liegen. Im ersten Fall enthielt der Stahl Be-standtheile, welche ihn schon vor dem Härten spröde machten,und dann läßt sich der Fehler durch Nafsiniren nicht heben, wie esbei dem durch ungleichartige Vertheilnng der Kohle spröden Stahlder Fall ist, obgleich der Stahl durch das Raffiniren immer et-was an Härte verliert. Durch das Härten erlangt aber auchder beste und in der angemessensten Glühhitze gehärtete Stahleinige Sprödigkeit, welche sich besonders bei scharfen und spitzenWerkzeugen durch Ausbrecheu der Schneiden und Spitzen zu er-kennen giebt. Diese Sprödigkeit muß durch neues Erwärmen,oder durch das sogenannte Anlassen und Anlaufen wieder weg-geschafft werden. Je weicher der Stahl ist, ein desto geringererWärmegrad ist nöthig, um ihm die Sprödigkeit zu nehmen; jehärter er ist, desto stärker muß er erhitzt werden. Aber auch allediejenigen Stahlarbeiter, von denen mau mehr Festigkeit undkräftigen Widerstand gegen die Stöße und Schläge einer vonaußen einwirkenden Kraft verlangt, müssen in einem stärkerenWärmegrade anlaufen. Je härter der Stahl alsdann bleibt,ohne spröde zu sein, für desto vorzüglicher ist er zu halten.Einem Stahl die durch den Kohlengehalt beim Härten, und nichtdie durch Silicium, Phosphor n. s. f. veranlaßte Sprödigkeit zuentziehen, ist sehr leicht, weil dazu nur ein Anlaufen in einemhohen Wärmegrade gehört; allein es setzt einen vorzüglich gutenStahl voraus, der unter solchen Umständen Härte behalten undgroße Elasticität zeigen soll.