und Titan sehr leicht oxydirbar und verschwinden schon beimgewöhnlichen Frischen vollständig aus dem Eisen. Auch fandFaraday bei Versuchen übe ^ Eisenbereitnng aus Titaneisenstein,das daraus erhaltene Stabeisen ganz frei von Titan. Aufgleiche Weise verschwindet der Kiesel bei dem Frischprocefse.Auch ein etwaiger Phvsphorgehalt, welchem übrigens wohl nieeine günstige Einwirkung auf die Beschaffenheit des Stahlsbeiznmessen ist, dürfte dem Oxydationsprocesse schwerlich ent-gehen; und wir können aus diesen Gründen nicht glauben,daß die im Wootz aufgefundenen Nebenbcstandtheile schon beider ersten Darstellung des Eisens hineinkommen.
Es bleibt also nur die Vermuthung, daß jene Stoffe aufdem zweiten Wege, d. h. bei dem Schmelzprocefse in den Tie-gelchen von dem Stahle aufgenommen werden, wobei es jaan Thon- und Kieselerde nicht fehlt, Titan aber möglicher Weiseaus der dem Stabeisen noch anhängenden Schlacke oder anSder Substanz der Tiegel aufgenommen werden könnte.
Wenn wir es nun nach diesen Betrachtungen für höchstwahrscheinlich halten müssen, daß die eigenthümliche Zusammen-setzung des Wootz nur eine Folge der eigenthümlichenSchmelzprocesse ist, so folgt daraus, daß dieselben Erze, nacheuropäischer Art behandelt, keinen Wootz, sondern gewöhnlichenGußstahl liefern werden, und daß der demnächst vielleicht imenglischen Handel auftretende indische Stahl aus diesemGesichtspunkte zu beurtheilen sein wird.
Merkwürdig bleibt, daß bei der so vielfältigen Verbin-dung Englands mit Indien, echter Wootz in London gar nichtzu haben ist, wenigstens sind alle Bemühungen mehrerer 1851in London anwesender Techniker deßhalb völlig fruchtlos ge-blieben.
Sehr zu bedauern ist, daß die, besonders in den zwanzi-ger Jahren in England und Frankreich vielfach aufgenomme-nen, zum Theil schon recht gut gelungenen Versuche der Nach-bildung des Wootz, wie es scheint, jetzt wieder aufgegeben sind.